Das rechts oben abgebildete „Ketteler-Haus" war die Verbandszentrale der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands (KAB). Von hier aus wurden die Mitglieder betreut, 1932 allein im Erzbistum Köln 46.000 Menschen. Von hier aus wurde auch in den Publikationen "Westdeutsche Arbeiterzeitung" bzw. später "Ketteler Wacht" scharfe Kritik an der NS-Politik betrieben, die weit über religiöse Fragen hinausreichte. Hier diskutierten unter anderem Mitglieder der christlichen Gewerkschaften, des Kolpingwerkes und der Zentrumspartei ab Mitte der 30er Jahre über eine gesellschaftliche und politische Gestaltung Deutschlands nach dem Ende des NS-Regimes.
Die Fotos links zeigen einige der Beteiligten, die später verhaftet, viele von ihnen auch ermordet wurden. Leo Schwering hat überlebt und konnte so Zeugnis geben von den Verhören im EL-DE-Haus und den Zuständen im Gestapo-Gefängnis.
Einige Vertreter der Katholischen Arbeiterbewegung in Köln standen mit dem Widerstandskreis des 20. Juli 1944 in Verbindung und wurden nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler zum Tode verurteilt und hingerichtet. So Bernhard Letterhaus, Verbandssekretär der KAB und Nikolaus Groß, Chefredakteur der Verbandszeitung, beide zu sehen rechts auf den Aufnahmen aus den Verfahren vor dem Volksgerichtshof 1944.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
