Unter dem Terror des NS-Regimes gegen die SPD brach die sozialdemokratische Organisation auch in Köln schnell und kampflos zusammen. Allerdings gab es einige SPD- und Gewerkschaftsmitglieder, die aktiven Widerstand leisteten. In Köln hielt eine Gruppe um Franz Bott, Hein Hamacher und Willi Schirrmacher den Kontakt zum Exilparteivorstand in Belgien aufrecht, schleuste Flugblätter und Tarnschriften ein und schickte im Gegenzug Lageberichte nach Belgien.
Im nächsten Raum finden Sie an der linken Wand ein Flugblatt mit dem Titel „Auf zum einheitlichen Kampf gegen die faschistische Diktatur". Diesem Aufruf der Kölner KP(0) versuchten eine ganze Reihe linkssozialistischer, kommunistischer und anarchosyndikalistischer Gruppen zu folgen. Häufig als Abspaltungen der großen Arbeiterparteien entstanden, schätzten sie Zielsetzung und Machtwillen der NSDAP realistischer ein - anders als die Führung der SPD, die auf Untergrundarbeit nicht vorbereitet war und deren Mitglieder sich in der Mehrheit in ein politisch unauffälliges Leben zurückzogen; anders auch als die Führung der KPD, die viel zu lange eine Zusammenarbeit mit der SPD ablehnte.
Diese oft nur wenige Personen umfassenden Zirkel verbreiteten oppositionelle Meinungen und versuchten, Verbindungen zwischen Einzelnen und Gruppen herzustellen. Ihre Netzwerke wurden allerdings von der Gestapo oft schon nach kurzer Zeit zerschlagen, die Mitglieder verhaftet, deportiert und ermordet.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
