
Führung über den jüdischen Friedhof Köln-Bocklemünd mit Dr. Barbara Becker-Jákli und Winfried Günther
Robert Stern war einer der bedeutendsten Architekten Kölns. Zu den Bauten, die er für die jüdische Gemeinde errichtete, gehören auch die eindrucksvollen Friedhofsgebäude auf dem Friedhof Köln-Bocklemünd. Auch einige der Grabsteine des Friedhofes wurden nach seinen Entwürfen gestaltet.
Der 1918 eröffnete Friedhof mit etwa 5.000 Grabstellen und einer großen Anzahl an historisch und künstlerisch wertvollen Grabdenkmälern ist der größte jüdische Friedhof in Köln. Mehrere Gedenkstätten und Denkmale erinnern an die Geschichte der Juden in Köln. Der Eingangsbau, der die Trauerhalle des Friedhofes und die Büro- und Wohnräume für die Mitarbeiter beherbergt, wurde 1929 bis 1930 nach Plänen des Architekten Robert Stern errichtet. Er ist ein wichtiges Beispiel für neoklassizistische Tendenzen in der Architektur der späten 1920er Jahre in Köln. In den entsprechenden Räumlichkeiten werden Erläuterungen zum Bestatten und Totengedenken im Judentum gegeben.
Achtung! Männliche Teilnehmer der Führung benötigen - unabhängig vom Alter - eine Kopfbedeckung.
Der Treffpunkt ist auf dem Parkplatz vor dem Friedhof, Venloer Straße 1152.
[Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Köln und seine jüdischen Architekten“]
Gebühr: Eintritt frei!
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung wird bis zum 16. Januar 2011 gezeigt und es findet ein umfassendes Begleitprogramm statt.
Millionen Soldaten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus und vom japanischen Großmachtwahn zu befreien. Allein Indien stellte 2,5 Millionen Kolonialsoldaten zur Verfügung. China hatte mehr Opfer zu beklagen als Deutschland, Italien und Japan zusammen. Frankreich sowie Großbritannien rekrutierten auch in ihren afrikanischen Kolonien jeweils mehr als eine Million Kolonialsoldaten für Kriegseinsätze.
Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten stellten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt zusammen. Japanische Militärs verschleppten zudem Hunderttausende Frauen aus Asien in ihre Frontbordelle. Rekruten aus den Kolonien, ob Freiwillige oder Zwangsverpflichtete, mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre „weißen Kameraden“ abfinden. Weite Teile der Dritten Welt – von der lateinamerikanischen Küste und Nordafrika über den Nahen Osten und Indien bis nach Südostasien und Ozeanien – dienten als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet und vermint zurück.
Bei der Befreiung der philippinischen Hauptstadt Manila von den japanischen Besatzern starben mehr Zivilisten als in Berlin, Dresden oder Köln. Aus ihren Kolonien bezogen die kriegführenden Mächte zudem Nahrungsmittel für die kämpfenden Truppen und Rohstoffe für die Rüstungsproduktion. Oft musste die einheimische Bevölkerung deshalb Hunger leiden.
Auch das NS-Regime bezog kriegswichtiges Material aus den französischen Kolonien in Afrika und Indochina, die unter der Kontrolle der Kollaborationsregierung in Vichy standen. Die Nazis wollten nach der Unterwerfung Osteuropas zudem ein Kolonialreich in Zentralafrika erobern und über Nordafrika in den Nahen Osten vorstoßen. Hunderttausende Juden in dieser Region mussten deshalb um ihr Leben fürchten.
In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die an deren Seite kämpften – von Nordafrika und Palästina über den Irak und Indien bis nach Thailand und Indonesien.
Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick zu der Einbeziehung von Millionen von Menschen außerhalb Europas in den Zweiten Weltkrieg und erinnert an ihr Schicksal, das häufig nicht im Bewusstsein der Erinnerungskultur in Europa ist.
Eine Ausstellung von Recherche International e.V.
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Seniorentreff - Führung mit Barbara Kirschbaum
Gebühr: 3,6 €
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Zielgruppe: Erwachsene
Vortrag und Podiumsdiskussion
Die Bürgerbewegung pro Köln ist in der zweiten Legislaturperiode mit einer Fraktion im Kölner Stadtrat vertreten. Wie ist das Auftreten der als rechtsextrem eingestuften Partei wissenschaftlich zu bewerten? Wie kann ein adäquater Umgang mit den selbst ernannten „Rechtspopulisten“ aussehen? Frank Überall und Christoph Busch stellen die Ergebnisse ihrer Studien, die sich mit der Arbeit von pro Köln im Stadtrat und in den Bezirksvertretungen befassen, vor. Im Anschluss findet eine Diskussion mit Repräsentanten der Kölner Lokalpolitik statt.
Dr. Christoph Busch, Jg. 1973, Politikwissenschaftler und Lehrkraft an der Universität Siegen, Forschungsschwerpunkte: Rechtsextremismus, politische Bildung und politische Kommunikation.
Dr. Frank Überall, Jg. 1971, Politologe und Journalist, u.a. für WDR, ARD und dpa tätig; Lehrauftrag an der FH Düsseldorf, Schwerpunkte: Kommunalpolitik, Korruption und Klüngel, politische Hintergrundanalysen.
ibs in Kooperation mit der Volkshochschule Köln
Referent: Charlotte Schwalb, Journalistin, WDR, Dr. Christoph Busch und Dr. Frank Überall
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Vortrag
Millionen Deutsche haben den Sieg der NSDAP 1933 ermöglicht und Abermillionen waren an den folgenden Verbrechen in abgestufter Verantwortlichkeit beteiligt. Die psycho-politischen Folgen dieser unausgesprochenen Kollektivschuld sind bis heute als generationell übergreifendes Schuldgefühl wirksam. Um sich daraus zu befreien, reicht die kognitive Konfrontation mit den geschichtlichen Fakten nicht aus: In einem Prozess der emotionalen Klärung ist es notwendig, die Nazizeit auch als Familiengeschichte zu akzeptieren. Und so wichtig es ist, die Schicksale der Opfer zu kennen: Sie haben es verdient, in symbolischen Akten heimgeholt zu werden in den gesellschaftlichen Raum, aus dem sie einst vertrieben wurden. Nur in dieser doppelten Bewegung wird es möglich sein, „die Nazizeit als unser negatives Eigentum“ endlich anzunehmen. (Jean Améry).
Dr. Hannes Heer, Jg. 1941, Historiker, Publizist und Ausstellungsmacher, u. a. Leiter des Ausstellungsprojekts „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“.
In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust
Referent: Dr. Hannes Heer
Gebühr: 3,6 €
Gebühr: 1,50 erm.
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Führungen:
19:15 Uhr Führung durch die Sonderausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“
19:30 Uhr: „Auch Afrikaner haben das Elsass befreit...“ („C’est nous les Africains...“)
(Dokumentarfilm, 26 Min.)
20:15 Uhr: Live-Musik von Mariama (Soul, RnB, Acoustic)
20:45 Uhr: „Kriegserinnerungen aus der Nachbarschaft“
Video-Dokumentation aus der Ausstellung: Interviews mit MigrantInnen aus Köln und Umgebung über Folgen des Zweiten Weltkriegs in ihren Herkunftsländern (Ausschnitte, Gesamtlänge ca. 30 Min., Kurzstücke je 5-7 Min.)
21:15 Uhr Live-Musik von General Snipe (Senegal/Bonn: Rap, Soul, Reggae) featuring Louis Jean and the Irie Rainbow (Berlin, Reggae) mit Vorstellung einer Single über afrikanische Kolonialsoldaten
21:45 Uhr: Film „Geschichte wird gemacht“ („Histoires Vives“)
(Dokumentation über das Hiphop-Tanztheater „Die vergessenen Befreier“ von Mémoires Vives in Straßburg, 52 Min.)
21:45 Uhr Führung durch die Sonderausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“
22:45 Uhr: Live-Musik von Mitgliedern von Mèmoires Vives aus Straßburg: Loomae (Soul Militante) und Youga (Slam Poetry)
23:45 Uhr: Live Musik von Louis Jean and the Irie Rainbow (Reggae) featuring General Snipe
Gebühr: 14,5 €
Gebühr: Gilt in allen teilnehmenden Museen
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Zielgruppe: Erwachsene
Vortrag von Dietrich Schulze-Marmeling
Auch der deutsche Fußball ließ sich vom nationalsozialistischen System mehr oder weniger reibungslos gleichschalten. Wie aber funktionierte diese beschämende Anpassung? Wie verhielt sich der DFB, wie die großen Vereine konkret? Welchen Verfolgungen waren jüdische und linke Fußballer ausgesetzt? Gab es Handlungsspielräume, die nicht genutzt wurden? Gab es andererseits heimliche Obstruktion gegen die allgegenwärtige Diktatur? Und wie hat der DFB nach 1945 seine eigene Vergangenheit aufgearbeitet? Diesen und anderen Fragen wird der Vortrag nachgehen.
Dietrich Schulze-Marmeling gehört zu den profiliertesten und produktivsten Fußballautoren - und historikern in Deutschland. Er ist u.a. Herausgeber von „Davidstern und Lederball. Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball.
Eintritt 3,60 € - ermäßigt 1,50 €
Referent: Dietrich Schulze-Marmeling
Gebühr: Eintritt jeweils 3,60 €, erm. 1,50 €
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Kolloquium des NS-DOK
Die Kolloquien des NS-DOK stellen eine neue Reihe des NS-Dokumentationszentrums dar. Sie finden jedes Jahr im Herbst statt und stehen in der Tradition der bis 2004 durchgeführten Veranstaltungen des Rheinischen Instituts für Geschichte und Gedächtnis (RIGG). Die Kolloquien stellen neuere Untersuchungen zur Zeit des Nationalsozialismus in Köln und dem Rheinland vor. Neben einführenden Referaten steht die Diskussion von Quellengattungen und Forschungsansätzen im Mittelpunkt. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und geschichtlich interessierter Öffentlichkeit zu fördern. Eingeladen sind Vertreter/-innen von Hochschulen, nichtuniversitären Forschungseinrichtungen und Projekten historisch-politischer Bildungsarbeit, Geschichtsvereine, Studierende und Geschichtsinteressierte mit einem Forschungsschwerpunkt zur NS-Zeit.
Thema des kommenden Kolloquiums ist der Widerstand gegen das NS-Regime. Dabei soll das 2008 vom NS-DOK begonnene Projekt „Opposition und Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1933–1945“ vorgestellt und regionalgeschichtlich eingeordnet werden. Weitere Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie der Kölner Widerstand in den letzten Jahrzehnten erforscht und „sichtbar gemacht“ wurde. Dabei sollen verschiedene Projekte, unterschiedliche Darstellungen und Deutungskonflikte diskutiert werden.
Begrenzte Teilnehmer(innen)zahl. Schriftliche Anmeldung unter Angabe des Forschungsinteresses erforderlich (Mail: nsdok@stadt-koeln.de; Tel. 0221-221 26332)
Anmeldung bis 12.11.2010
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Zielgruppe: Erwachsene
Vortrag
Vor 75 Jahren, im September 1935, verkündete die NS-Regierung die „Nürnberger Gesetze“. Sie bildeten den Auftakt für eine Politik radikaler Trennung zwischen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung. Teil dieser Politik war die Kriminalisierung von außerehelichen Beziehungen zwischen Juden und „Deutschblütigen“ als „Rassenschande“.
Der Vortrag schildert die Verfolgung von „Rassenschändern“ in der Region Köln-Aachen. Wie gingen Polizei und Justiz vor? Wie reagierte die Bevölkerung? Und welche Folgen hatten die Strafverfahren für die Betroffenen?
Dr. Thomas Roth, Jg. 1971, Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Forschungsschwerpunkt: Polizei-, Justiz- und Kriminalitätsgeschichte.
Referent: Dr. Thomas Roth
Gebühr: 3,6 €
Gebühr: 1,50 erm.
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum
Anbieterkennzeichnung: Ralf Dank, Im Dau 3, 50678 Köln, Fax (0221) 9520463, e-mail: dank@artcontent.de.
Realisation: Redaktionsbüro Dank
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
KölnTag (erster Donnerstag im Monat: 5.8., 2.9., 7.10.) ist das Museum von10 bis 22 Uhr geöffnet und der Eintritt ist für Kölnerinnen und Kölner kostenlos.
