NS-Dokumentationszentrum
Dauerhaftes Angebot im NS-DOK ab dem 21. Januar 2025
Pressegespräch mit Fototermin am 19. Januar 2025, 11 Uhr
Ausstellungseröffnung: 20. Januar 2025, 19 Uhr
Als das NS-DOK 1997 seine Dauerausstellung eröffnete, war ein Meilenstein erreicht: Anhand einer Fülle von Belegen räumte die Ausstellung mit dem weit verbreiteten Mythos auf, die Kölner*innen hätten dem Nationalsozialismus mehrheitlich ablehnend gegenübergestanden.
Seitdem sind drei Jahrzehnte vergangen – und die Dauerausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln zählt zu den ältesten bundesweit. Doch nicht nur das Wissen um die NS-Geschichte und deren Vermittlung haben sich weiterentwickelt, auch die Erwartungen an einen Ausstellungsbesuch haben sich verändert – und nicht zuletzt auch die Perspektiven des Teams im NS-DOK.
Um darauf zu reagieren, nutzt das NS-DOK das Mittel der Intervention, um aktuelle Perspektiven einzubringen und mit Besucher*innen ins Gespräch zu kommen. Sie ist das Abschlussprojekt der Volontärin Janne Grashoff und wurde von ihr gemeinsam mit der Kuratorin des Hauses, Dr. Hanne Leßau, und Direktor Dr. Henning Borggräfe umgesetzt. Die Intervention wird bis zur Fertigstellung der neuen Dauerausstellung auf den Flächen der bestehenden Präsentation gezeigt und wird am 20. Januar 2026 um 19 Uhr am Appellhofplatz eröffnet – unter anderem mit einem Podiumsgespräch mit Janne Grashoff und Hanne Leßau über die Werdung des Projektes.
Ausgangspunkte der Intervention sind einzelne Exponate, Texte oder Präsentationsformen, die heute kritisch gesehen werden können. Gemeinsam mit den Besucher*innen sollen so exemplarisch allgemeinere Fragen diskutiert werden, die sich aktuell beim Ausstellen von NS-Geschichte stellen: etwa zum Umgang mit propagandistischen Quellen oder mit dem historischen Ort, aber auch an Stellen, wo in der Ausstellung Stereotype bedient – oder gerade junge Besucher*innen ohne Vorwarnung mit extremen Gewaltdarstellungen konfrontiert werden. Möglich wird das durch QR-Codes, die die Besucher*innen über ihre Smartphones scannen, um dann an zwölf Stationen Informationen u.a. über den aktuellen Stand der NS-Forschung und Diskussionen des Ausstellungsmachens zu erhalten. Die Besucher*innen sind zugleich eingeladen, ihre eigenen Positionen einzubringen. Dank farbiger Stoffbanner, die von der Decke hängen, ist schon von Weitem zu erkennen, wo das Haus ein Thema neu bewertet.
Die Intervention stellt den Auftakt des vom Rat der Stadt Köln im Mai 2025 beschlossenen Umgestaltungsprozesses des NS-DOK dar.
Melanie Longerich
NS-Dokumentationszentrum
Telefon:
0221/221-27949
E-Mail: Melanie.Longerich@STADT-KOELN.DE