RÖMISCH-GERMANISCHES MUSEUM
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Normale SchriftgrößeNormale SchriftgrößeNormale Schriftgröße Normale SchriftgrößeMittlere SchriftgrößeGroße Schriftgröße Druckversion in neuem Fenster öffnenStadt Köln
Sammlung

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Grabmonument des Legionsveteranen Lucius Poblicius, Köln, 30-40 n.Chr.
Bildnis des Kaisers Augustus, 2. bis 3. Jahrzehnt des 1. Jh.n.Chr., vermutlich Italien
Der Diatretbecher aus Köln-Braunsfeld. Foto: Mario Carrieri

Das Museum zeigt das archäologische Erbe der Stadt und ihres Umlandes von der Urgeschichte bis zum frühen Mittelalter.
Ein Schwerpunkt ist mit der Dokumentation römischen Alltagslebens gesetzt. Besonderen Rang erhält das Museum durch seine Sammlungen zur angewandten Kunst aus allen Teilen der antiken Welt: Es bewahrt u. a. die umfangreichste Sammlung römischer Gläser, eine systematische Sammlung antiker Tonlampen, römische Fresken, sowie eine Schatzkammer römischen und frühmittelalterlichen Schmuckes.

Die Glasfront des Erdgeschosses ermöglicht schon dem Außenstehenden den Blick auf das römische Mosaik mit Szenen aus der Welt des Dionysos (um 220/230 n. Chr.) und den rekonstruierten Grabbau des Legionärs Poblicius (um 40 n. Chr.). Der Hauptteil der Sammlungen wird im weitläufigen Obergeschoß gezeigt, das in der Art römischer Häuser um einen Innenhof angelegt ist.
Die Funde aus der Urgeschichte stammen aus der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit, aus der Bronze- wie aus der Eisenzeit und reichen von ca. 100.000 bis in das 1.Jh.v.Chr. Die Objekte stammen aus Köln, dem Rheinland sowie von ausgewählten europäischen Fundplätzen. Von besonderem Rang sind Tongefäße der Bronze- und Eisenzeit. Grabfunde aus dem freien Germanien der römischen Kaiserzeit schließen sich an.

Römische Architekturteile, Inschriften, Porträts, darunter Bildnisse des Kaiserpaares Augustus und Livia, Keramik u. a. vermitteln eine Vorstellung von der Stadtentwicklung des römischen Köln vom Zentralort der germanischen Ubier (oppidum Ubiorum) zur Stadt römischen Rechtes (colonia) und Hauptstadt der kaiserlichen Provinz Niedergermanien.Von den Einwohnern dieser im Jahre 50 n.Chr. errichteten COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSIUM zeugen zahlreiche Grabmale mit ihren Reliefs und Inschriften.

Neben Mosaiken geben die Wandmalereien eine Vorstellung von der Ausstattung der Häuser. Die Götterkulte italischen und einheimischen, aber auch orientalischen Ursprungs werden durch Bildwerke aus Stein, Bronze und Ton lebendig.

Ein fahrtüchtig rekonstruierter Reisewagen bezeugt sowohl den hohen Standard der Technik wie des Kunstgewerbes im Römischen Reich. Dies gilt auf andere Weise auch für die eintausend ausgestellten Glasgefäße, die als Beigaben in Kölner Gräbern gefunden wurden. Ihre unterschiedlichen Herstellungstechniken und Verzierungsarten lassen großes technisches Können der Glasbläser und Glasschleifer erkennen. Gläser mit verspielten Mustern aus bunten Glasfäden oder mit eingeschliffenem Dekor sind Markenzeichen der Kölner Werkstätten.

Den Höhepunkt der Glaskunst zeigt das Diatretglas mit seinem filigranartigen farbigen Netzwerk, das in virtuoser Technik aus der Glasmasse geschliffen ist (um 330-340 n. Chr.).
Besonderen Rang haben die Sammlungen römischen und frühmittelalterlichen Schmuckes, u.a. Bernstein- und Gagatschnitzereien sowie Gemmen und Kameen. Kein westeuropäisches Museum besitzt ähnlich qualitätvolle Bestände an Goldschmiedearbeiten der Reiternomaden aus der Völkerwanderungszeit.

Als Spuren fränkischer Besiedlung im Kölner Raum sind Gläser, Tongefäße, Waffen und Grabinschriften ausgestellt. Zu den Meisterwerken zählen die Schmuckarbeiten von der Tracht fränkischer Frauen. Das Untergeschoß des Museums ist dem römischen Alltagsleben gewidmet. Einrichtungsgegenstände aus Küche und Speiseraum, persönliche Dinge von Mann und Frau, aber auch Spielzeug stammen aus dem Besitz römischer Familien. Sarkophage und Urnen, Grabplastiken und besonders die vielfältigen Grabbeigaben für die Verstorbenen machen soziale Strukturen und unterschiedliche Jenseitserwartungen deutlich.

Das Römisch-Germanische Museum erstreckt sich über die gesamte Stadt:
Zahlreiche Denkmäler, an Ort und Stelle erhalten, zeugen von der historischen Entwicklung des Stadtbildes: das Praetorium unter dem Rathaus, Residenz der kaiserlichen Statthalter Niedergermaniens (dort Zugang zu einem begehbaren römischen Abwasserkanal); Teile der römischen Stadtbefestigung mit dem Römerturm an der St. Apernstraße; der römische und fränkische Friedhof unter der Kirche St.Severin; die römische Grabkammer in Köln-Weiden; die Mikwe, das mittelalterliche Kultbad der ehemaligen jüdischen Gemeinde am Rathaus.
Als Forschungsstätte verfügt das Römisch-Germanische Museum über ein archäologisches Ortsarchiv des Stadtgebietes, eine umfangreiche Denkmäler-Dokumentation sowie eine Spezialbibliothek (z.Zt. 14.000 Bände), ferner eine Photothek zur Dokumentation archäologischer Ausgrabungen und Denkmäler in Köln.
Das Amt für Archäologische Bodendenkmalpflege ist gemäß dem Denkmalschutzgesetz für die Bodendenkmäler in der Stadt Köln von der Urzeit bis zur Gegenwart zuständig. Ein Stab von Archäologen und Technikern ist ständig bei Ausgrabungen, Fundbergungen und Konservierungsarbeiten im Einsatz.

IMPRESSUM

Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © RBA Köln Ferner liegen einige Bildrechte bei der VG Bild-Kunst Bonn.

Neuerwerbung

Bildnis "Vipsania Agrippina" -
Mutter von Julia Agrippina, Stadtgründerin Kölns
Portrait der Vipsania Agrippina, Marmor. Foto: Sandra Irmler
Portrait der Vipsania Agrippina, Marmor. Foto: Sandra Irmler
Seit einem halben Jahrhundert wünscht sich das Römisch-Germanische Museum ein Porträt der Stadtgründerin Kölns, Julia Agrippina, im Jahre 16 n. Chr. in Köln geboren als Tochter des römischen Generals Germanicus und seiner Frau Vipsania Agrippina.
Nun ist es gelungen, das Bildnis der Mutter der Stadtgründerin, Vipsania Agrippina, zu erwerben. Agrippina die Ältere galt bereits bei den Zeitgenossen als besonders schöne Frau.
Das lebensgroße Marmorporträt, in der großen Ausstellungshalle nunmehr neben Augustus und Livia zu sehen, zeichnet sich durch eine große Lebendigkeit aus. Es verbindet gleichermaßen römische Geschichte, Kölner Stadtgeschichte und kaiserliche Auftragskunst.

Die Glassammlung

Das Römisch-Germanische Museum neben dem Kölner Dom besitzt weltweit die größte Sammlung römischer Gläser. Foto: Axel Thünker, DGPh
Das Römisch-Germanische Museum neben dem Kölner Dom besitzt weltweit die größte Sammlung römischer Gläser. Foto: Axel Thünker, DGPh
Römische Graburnen aus Glas aus den Ausgrabungen zum Bau der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln. Foto: Axel Thünker, DGPh
Römische Graburnen aus Glas aus den Ausgrabungen zum Bau der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln. Foto: Axel Thünker, DGPh