Gerade mal 18 Jahre alt ist Edward Theodore Compton (geb. 1849, Stoke Newington, gest. 1921, Feldafing), als er im Frühsommer 1868 zu einer Wanderung durch die Eifel aufbricht. Sein ständiger Begleiter auf dieser Tour ist ein braunes Skizzenbuch. In ihm verewigt Compton die sanfte Hügellandschaft in farbenprächtigen Aquarellen. Ob bei strahlendem Sonnenschein oder drohendem Gewitter, der junge Autodidakt malt die durchquerten Passagen spontan und ohne detaillierte Vorzeichnungen. So entsteht ein mit lockerer Hand gemaltes Reisetagebuch, eine einmalige Dokumentation der Kulturlandschaft Eifel. Die 22 schönsten Blätter dieser Reise zeigt das Wallraf in seinem Graphischen Kabinett. Während viele seiner englischen Zeitgenossen im 19. Jahrhundert das Rheinland künstlerisch eroberten und dort blieben, wagte sich Compton weiter entlang der Mosel vor. Und dank seiner Skizzen kann der Betrachter seinem Weg auch heute noch folgen. Trotz partiell erkennbarer Neigung zum Sentimentalen sind seine Landschaften kaum romantisch verklärt.Comptons Aquarelle zeichnen sich durch große topographische Genauigkeit aus. Auch rund anderthalb Jahrhunderte später wecken Comptons Impressionen die Lust, es ihm nachzutun und auf seinen Spuren durch die Eifel zu wandern.
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