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Robert E.

Etheber hat als älteres von zwei Kindern die Volksschule besucht. Nach eigenen Angaben hat er das "Klassenziel nicht immer erreicht, weil er am Besuch der Schule keine Lust" hatte. Nach der Schulentlassung war er zunächst bei der Fa. "Rheinische Draht & Kabelwerke" in Köln-Riehl als Jungarbeiter tätig. 1942 wurde Etheber bei der Firma Glanzstoff A.G. dienstverpflichtet. Da es ihm dort nicht gefiel, hat er sich freiwillig zur Landhilfe im Schwarzwald gemeldet, ist aber bereits nach zwei Tagen wieder nach Köln zurückgekehrt. Etheber wurde anschließend durch das Arbeitsamt an die Firma Hans Beut vermittelt, bei der er als Isolierer angelernt wurde. Seit Sommer 1943 ist er aber nicht mehr regelmäßig arbeiten gegangen.

Etheber wird im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Mülheimer HJ-Dienststelle wegen "bündischer Betätigung" und "Einbruchsdiebstahls" am 19. November 1943 verhaftet und in das Gestapogefängnis nach Brauweiler gebracht.

Von der Gestapo auf seine Zugehörigkeit zu den Edelweißpiraten befragt sagt er aus, dass er im Sommer 1943 Edelweißpiraten durch seine Übernachtungen am Dombunker kennengelernt habe: "In der ersten Zeit gefiel mir das zwanglose Treiben dieser Jugendlichen und habe mich daher viel damit beschäftigt. [...]

Die Jugendlichen fuhren in den Sommermonaten regelmäßig mit dem Schiff nach Königswinter, um dort zu wandern. Bei einer dieser Schiffstouren klaute Etheber eine Brieftasche und wurde dafür am 2. November 1943 vom Jugendgericht Köln zu 14 Tagen Jugendarrest verurteilt.

Vor der Gestapo erklärt Etheber, dass seine Mutter ihn davon abhalten wollte, mit den anderen Edellweißpiraten zusammen zu sein: "Sie wollte nicht haben, dass ich mich in dieser Aufmachung kleide und wollte mich vielfach von diesen Fahrten abhalten. Durch die Bekanntschaft mit Jungen und Mädchen war ich aber so für die Sache begeistert, dass ich nicht davon ablassen konnte. [...] Mich interessierte das freie zwanglose Leben, ohne damit einen politischen Hintergrund zu verfolgen."

Die Leiterin der Stelle "Jugendhilfe" bewertete Etheber äußerst negativ als "undurchsichtig" und "kriminellbereit". Etheber wird bei der Gerichtsverhandlung am 13. Januar 1944 wegen "bündischer Betätigung" und "Einbruchdiebstahls" zu einem Jahr Jugendgefängnis verurteilt. Am 23. Februar 1944 richtet Etheber an den Staatsanwalt folgende Bitte: "Ich habe die größte Dummheit meines Lebens gemacht und möchte sie gutmachen, indem ich mich freiwillig der HJ-Division zur Verfügung stelle. Ich will Sie um Ihre gütige Erlaubnis und um baldige Antwort bitten, denn ich warte auf den Abtransport."


Etheber war an dem Angriff auf die Mülheimer HJ-Dienststelle am 18. Oktober 1943 beteiligt und wurde von der Gestapo verhaftet.

Der ebenfalls verhaftete Anton Manz gibt über "Bobby" vor der Gestapo folgendes zu Protokoll: "Er hat sich bereits seit mehreren Wochen aus dem Elternhause entfernt und hält sich vielfach im Dombunker, im Bunker in Köln-Vingst, Nördlingerstraße sowie in Königstforst bei einem mir unbekannten Mädchen auf. Dieser Bobby ist sozusagen als Häuptling zu bezeichnen. Er ist vielfach in einer Wirtschaft in Köln-Mülheim in der Nähe des "Neuen Theaters", die sich "Kreuzchen" nennt, anzutreffen. Dort handelt er mit Tabakwaren und Trinkbranntwein."

Bei einer späteren Vernehmung gibt Manz außerdem zu Protokoll: "Bobbi hielt sich fast immer an den Treffpunkten der sogenannten Edelweisspiraten auf und hat sich an diesen Zusammenkünften führend beteiligt. Er führte fast immer eine Klampfe bei sich, auf der er Schlager und auch bündische Lieder spielte."

Umgekehrt belastet Ettingen Manz ebenfalls schwer. Beide begingen Ende September 1943 gemeinsam einen Einbruch, um zwei Lederwesten zu klauen.



 
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