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Deutsche Freischar (DF)

Abzeichen der "Deutsche Freischar"

Angesichts der starken Zersplitterung innerhalb der bündischen Jugend in zahllosen kleinen, regional verwurzelten Verbänden wurde der Ruf nach einer gemeinsamen Organisation immer lauter. So kam es 1924 zur Fusion von Resten des "Altwandervogels" mit schlesischen und sächsischen Jungmannschaften, 1926 stieß der "Neupfadfinderbund" dazu. Das Ergebnis war ein übergreifender Bund mit dem Namen "Deutsche Freischar".

Die politisch heterogene Freischar blieb unter der Führung Ernst Buskes relativ konfliktfrei. Die Gruppe war mit Volksbildungsarbeit sowie der Organisation von Großfahrten ausgelastet. Flügelkämpfe setzen erst ein, als sich 1929 die schlesische Jungmannschaft vom rechten Lager zunehmend in Szene setzte. Sie gaben maßgeblich Anstoß zu Verhandlungen mit dem "Großdeutschen Jungbund" unter Admiral v. Trotha. Der Zusammenschluss scheiterte u.a. an unterschiedlichen Vorstellungen, wer alles in einem Bündnis vertreten sein sollte. So hielt die "Deutsche Freischar" an einer Mitgliedschaft des SPD-nahen "Leuchtenburgkreises" fest. Der Tod Buskes bedeutete eine Zäsur für die Gruppierung, zumal er mit seinem Realitätssinn zur Integration von bürgerlicher Linken bis zur liberalen Rechten beitrug.

Am 29. März 1933 erfolgte der Zusammenschluss mit dem "Deutschen Pfadfinderbund", der "Freischar junger Nation", den "Geusen" und der Mehrzahl der kleineren Bünde zum "Großdeutschen Bund". Ihr kleinster Nenner war es, dem Absolutheitsanspruch der Hitlerjugend entgegenzutreten. Jedoch vergeblich: Der neu ernannte Reichsjugendführer Baldur v. Schirach setzte die Gleichschaltungsansprüche der Nationalsozialisten rigoros durch.

Sich über die Intervention v. Trothas bei Reichspräsident v. Hindenburg hinwegsetzend, löste er den Bund am 17. Juni 1933 auf; alle Bünde wurden in die Hitlerjugend überführt. Diese Aktion verlief nicht überall friedlich. Es kam zu Stürmungen und Plünderungen durch die SA und SS wie auch durch die Hitlerjugend. Die erbeuteten Wimpel und Fahnen wurden in Siegesfeiern demonstrativ verbrannt.