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Brauweiler Direktor will Verlegung der Edelweißpiraten in ein "Jugendschutzlager": Einschaltung der Gestapo

HJ- und BDM-Appell in der „Arbeitsanstalt“ Brauweiler am 1. Mai 1937

Der Direktor der Brauweiler Jugendabteilung B. befürwortet in einem Bericht an den Oberpräsidenten der Rheinprovinz, die Verlegung der vier Jugendlichen, die sich zu einer Gruppe Edelweißpiraten zusammengeschlossen hätten, in ein Jugendschutzlager. Dieser antwortet jedoch abschlägig und schlägt die Einschaltung der Gestapo vor: "Ich teile Ihre Auffassung, dass bei den sich zeigenden Zersetzungserscheinungen unter den dort untergebrachten Jugendlichen mit strengen Massnahmen eingeschritten werden muss, um ein Übergreifen ähnlichen Verhaltens auf andere Jugendliche zu verhindern und die Disziplin auch in dieser Gruppe wieder herzustellen. Trotzdem teile ich die dortige Auffassung, die Minderjährigen Hans R., Johann M., Günther B. und Karl Th. für Unterbringung in einem Jugendschutzlager in Vorschlag zu bringen, z. Zt. noch nicht, da meines Erachtens die Vorgänge einer eingehenden Prüfung bedürfen. Ich bitte, diese 4 Jugendlichen in Zellengewahrsam zu belassen. [...] Ich halte es demnach für zweckmässig, dass die Geheime Staatspolizei die Untersuchung darüber führt, inwieweit die hier wegen Zugehörigkeit zur oppositionellen Jugendbewegung in Erscheinung getretenen Jugendlichen wegen ihres Verhaltens strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen sind. Ich habe die Geheime Staatspolizei in Köln entsprechend in Kenntnis gesetzt."



 
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Jugendschutzlager (KZ Moringen und Uckermark)