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Zunahme von "Schulschwänzerei"

Laut einer Statistik des Kölner Amtsgerichtes hat die Zahl jener Jugendlichen, die unentschuldigt dem Berufsschulunterricht fernbleiben, seit Kriegsbeginn erheblich zugenommen. Die Beobachtungen von Jugendrichtern und Vollzugsleitern, die der Kölner Amtsrichter im Juni 1941 in einem Bericht zusammenfasst, ergeben daß die Berufsschulversäumnisse in zwei Gruppen zerfallen":

"Die erste umfaßt diejenigen Jugendlichen, die während der Schulzeit in ihrem Beruf gearbeitet haben. Dazu werden sie, namentlich im Bäckerei- und Anstreichergewerbe, von ihren Arbeitgebern unter Berufung auf die Kriegsverhältnisse und das Fehlen von Arbeitskräften angehalten. (...) Die zweite Gruppe enthält die Jugendlichen, die ohne besondere Veranlassung aus Unlust den Unterricht geschwänzt haben. 99% dieser Jugendlichen haben sich während der Berufsschulzeit in den Tageskinos auf der Hohe Straße aufgehalten. Der Besuch dieser Filmtheater wird neben der günstigen Tagesstunde und dem häufigen Programmwechsel vor allem dadurch begünstigt, daß diese Frühvorstellungen zu erheblich herabgesetzten Preisen stattfinden."

Seitens des Amtsgerichts wird der Kölner Oberbürgermeister aufgefordert, die Kinos regelmäßig zu überprüfen "und die betroffenen Schulschwänzer sofort vorführen zu lassen". Hierzu zieht jener die Deutsche Arbeitsfront (DAF), das Jugendamt und die Jugendhilfe der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) heran. Außerdem richtet die Gebietsführung der Hitlerjugend hierfür einen eigenen Streifendienst ein.



 
Lexikon
HJ-Streifendienst (SRD)
Deutsche Arbeitsfront (DAF)
Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)