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Peter D.

Bis zum 14. Lebensjahr besuchte Peter Drack die Volksschule in Ehrenfeld. Nach der Schulentlassung arbeitete er ohne Ausbildung als Arbeiter; zum Zeitpunkt seiner Festnahme war er mit einem Wochenlohn von 23,- RM bei der Maschinenschreinerei Josef Zons in der Meister-Gerhard-Str. beschäftigt.

Vor der Machtübernahme gehörte Drack der katholischen Sturmschar an. Hier habe er sich jedoch nicht "im kirchlichen Sinne" betätigt, sondern "nur an den Ausfahrten und sportlichen Veranstaltungen" teilgenommen. Mitte 1933 sei er aus der Gruppe ausgetreten und habe sich seitdem keiner neuen Gruppierung angeschlossen.

Drack war nicht in der HJ organisiert.

Drack bestritt vehement, überhaupt einer Jugendgruppe anzugehören. "Den Ausdruck 'Navajos' habe ich gestern zum ersten Mal gehört. Der Ausdruck Nero [gemeint ist: Nerother] ist mir bekannt, jedoch nicht von heute, sondern schon von früher, es war eine Wandergruppe." Aber auch dieser Gruppe habe er "damals" nicht angehört. Ebenso könne der gegen ihn erhobene Vorwurf, er habe mehrfach an Fahrten nach Rösrath, Overath und Bensberg teilgenommen, "niemals wahr sein". Seine Radtouren habe er stets nach Kempen unternommen, wo sein bester Freund Willi Gelinek in der Landhilfe sei. Azußerdem sei er mit seinem jüngeren Bruder per Rad nach Burg an der Wupper im Bergischen Land gefahren, um dem 15-Jährigen die Gegend zu zeigen, "in der ich meine Arbeitsdienstpflicht verbracht habe".

Die Gestapo glaubte Drack jedoch nicht und hielt ihm weiterhin eine Mitgliedschaft bei den Navajos vor, die sie insbesondere aus seiner Kleidung ableitete. Die dabei offenbart im Mittelpunkt stehende "verhängnisvolle Kletterweste", so der Beschuldigte, habe ihm seine Braut geschenkt und er versichere, sie gleich nach seiner Freilassung zu verbrennen. Er führte noch an, dass er bereits einsatzfährig gemustert sei und auf seine Einberufung zu den Fliegern warte. Abschließend bat er um seine Freilassung, "damit ich morgen meine Arbeit aufnehmen kann".

Drack wurde - gemeinsam mit Friedrich Etzbach - im Rahmen der Razzia am 21. Oktober 1937 festgenommen. Er habe, so seine Aussage, Etzbach getroffen, um mit ihm, wie des öfteren praktiziert, "einen Spaziergang durch die Stadt" zu machen. "Wenn mir vorgehalten wird, dass ich auch der Navajosclique angehöre und der angebliche Spaziergang nur als Ausrede vorgetäuscht wird", so müsse er das bestreiten. Drack wurde nach der Vernehmung am 22.10.1937 ins Polizeigefängnis Klingelpütz überstellt. Bei seiner Vorführung am Amtsgericht am 25. Oktober 1937 wiederholte Drack seine Aussage und bestritt nochmals alle Beschuldigungen.

Am 4. November 1937 wurde Drack aus der Untersuchungshaft entlassen.



 
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