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Michael T.

Bis zum 14. Lebensjahr besuchte Michael T. die Volksschule, um dann nach seiner Entlassung eine Stelle als Bote bei der Kölnischen Zeitung anzutreten. Nachdem er hier zweieinhalb Jahre gearbeitet hatte, begann er eine Lehre als Plattenleger bei der Firma Frieß & Sohn. Der Vater war Schwerkriegsbeschädigter und als Aufzugführer im Kaufhaus Peters in der Breite Straße angestellt.

Seit 1933 gehörte Michael T. der HJ in Zollstock an. Er sei, so seine Aussage vor der Gestapo, auf Wunsch seines Vaters für ein halbes Jahr vom HJ-Dienst beurlaubt worden, "weil wir im Geschäft sehr viel zu tun haben". In den kommenden Wintermonaten gedenke er jedoch, den Dienst wieder aufzunehmen. Wenn ihm vorgehalten würde, so T. im Gestapoverhör, "ich würde auch zu den Navajos oder Nerothern gehören, so muß ich ehrlich sagen, dass ich diese Ausdrücke erst gestern während der Vorführung gehört habe". Ihm sei auch unbekannt, dass einer seiner Freunde einer solchen Gruppe angehören würde.

Michael T. wurde am 21. Oktober 1937 im Zuge einer Razzia gegen "Navajos" in Sülz festgenommen. Er sei mit Hermann E. und anderen auf dem Weg gewesen, um dessen Arbeitskameraden zu besuchen. Auf dem Rückweg nach Zollstock habe an der Nikolauskirche ein Polizeiwagen gestanden, "und wir wurden ohne weiteres mitgenommen", wobei ihnen der Grund hierfür nicht eröffnet worden sei.

Er versprach zum Ende des Verhörs, dass er sich einer „Navajo“-Gruppe niemals anschließen würde und wurde daraufhin entlassen.



 
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