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HJ-Streifendienst wird SS-Nachwuchsorganisation

Artikel aus dem "Westdeutschen Beobachter"

In Vereinbarungen des Reichsführer-SS Heinrich Himmler mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach wird eine enge Kooperation von Hitlerjugend und Schutzstaffel (SS) beschlossen.

Himmler erklärt sich bereit, HJ-Führer in das Führerkorps der SS zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass sie nach den allgemeinen Aufnahmevorschriften für die SS geeignet sind, bereits in Wehrmacht oder den SS-Verfügungstruppen gedient haben und ehrenvoll aus der Hitlerjugend oder dem Deutschen Jungvolk ausgeschieden sind. Übernommen werden höhere HJ-Führer, die einen entsprechenden Dienstgrad innerhalb der SS erhielten.

Baldur von Schirach stimmt zu, den HJ-Streifendienst (SRD) in die Nachwuchsorganisation der SS umzuwandeln. Das wurde damit begründet, dass der SRD innerhalb der Hitlerjugend ähnliche Aufgaben erfüllen würde wie die SS innerhalb der gesamten Bewegung. Er solle nun als Sonderformation für den Nachwuchs der SS sorgen und bis zum Frühjahr 1940 erweitert werden. Als Aufnahmekriterien für den SRD gelten die gleichen rassistischen Kriterien wie bei der SS.

Die Zusammenarbeit des SRD mit der SS wird intensiviert. Jeder SRD-Bann erhält eine SS-Dienststelle, mit der er kooperiert, zum Beispiel durch gegenseitigen Austausch und Schulungen durch die SS.

Eine Aufnahme von Jugendlichen in die SS, die nicht in der HJ sind, wird erschwert.
Während also die NSDAP die gesamte HJ als ihre Vorfeldorganisation betrachtet, will die elitäre SS nur die Sondereinheiten des HJ-Streifendienstes als Nachfolger abschöpfen. Denn auch der Streifendienst verstand sich als Elite der Staatsjugend.



 
Lexikon
Schutzstaffel (SS)
Schirach, Baldur von
HJ-Streifendienst (SRD)
Himmler, Heinrich
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)