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Führungsschwierigkeiten in der Hitlerjugend

Ende des Jahres 1939 führt die SS Verhandlungen mit der Reichsjugendführung über die Erweiterung des HJ-Streifendienstes (SRD). Angestrebt ist eine Stärke von 150000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren. In einem Bericht bemerkt der SS-Brigadeführer Gottlob Berger:

"In der Reichsjugendführung selbst herrscht tiefste Depression. Der Reichsjugendführer hat vor Jahren in einer internen Besprechung (...) zum Ausdruck gebracht, daß im Falle einer kriegerischen Verwicklung aus der Reichsjugendführung alle Führer an der Front zu stehen hätten. Er selbst werde der Erste sein (...). Nun beabsichtigt der Reichsjugendführer aber nicht, Soldat zu werden. Er schützt vor, ein nicht unerhebliches Kehlkopfleiden zu haben".

Berger berichtet, dass es Bestrebungen der Wehrmacht gebe, eine neue Führung der Jugend einzurichten. Wenn alte gediente Soldaten Jugendführer seien, dann wäre dies immer von Erfolg gekrönt, wie in den Sondereinheiten der Marinejugend zu sehen sei. "Gut seien ebenfalls die Streifendienstgefolgschaften, die gesamte andere Jugend aber könne auf die Dauer unter einer derartigen Führung nicht gehalten werden."

Die Wehrmacht beabsichtigt, Reserve- und Unteroffiziere einzuberufen, um "die sogenannte vormilitärische Jugenderziehung in eigene Regie übernehmen zu können".

Die SS versucht, ihren Einfluss auf den HJ-Streifendienst auszubauen. Als Jugendführer sollen SS-Männer eingesetzt werden.



 
Lexikon
Schutzstaffel (SS)
Schirach, Baldur von
Reichsjugendführung (RJF)
HJ-Streifendienst (SRD)
Wehrmacht