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Käthe T.

Nach Beendigung der Volksschule leistete Käthe Th. ihr Pflichtjahr in einer Bäckerei in Köln-Nippes. Im Anschluss erhielt sie zum 22. Mai 1940 eine Stelle als Arbeiterin in der Firma August Hönig.

Nachdem ihr Vater, zuvor Kraftfahrer in Diensten der Stadt Köln, im Februar 1942 gestorben war, bezog die Mutter - eine offenbar geringe - Witwenrente. Da der 23jährige Bruder zur Kriegsmarine eingezogen war, bestritt Käthe Th. nach eigenen Angaben mit ihrem Wochenlohn von 30,- bis 35,- RM netto den elterlichen Haushalt nahezu allein.

1934 war Käthe Th. in den BDM eingetreten und gehörte hier als einfaches Mitglied der Mädelgruppe 10/53 an. "Durch Erreichen der Altersstufe" war sie zum Zeitpunkt des Gestapoverhöres allerdings wieder ausgeschieden. Sie warte zur Zeit, so sagte sie vor der Gestapo aus, auf ihre Aufnahme in "Glaube und Schönheit", eine weitere NS-Organisation.

Käthe Th. zählte zur Gruppe Kölner und Düsseldorfer Jugendlicher, die sich seit September/Oktober 1942 offenbar regelmäßig in Düsseldorf und zu Wanderfahrten im Bergischen traf. In diesem Zusammenhang, so führte sie vor der Gestapo aus, sei sie von einem ihr zuvor unbekannten Jugendlichen auch erstmals auf den Treff am Leipziger Platz angesprochen worden.

In einer zweiten - kurzen - Vernehmung gab Käthe Th. zusätzlich zu Protokoll, sie habe ihrem Freund "José" ein Liederbuch geschenkt. "Die Lieder habe ich selbst abgeschrieben bzw. von der Traudel Str. (...) Lied Nr. 1 ist 'Wir lagen kurz vor Madagaskar'."

Etwa Mitte November 1942 sei sie, so Käthe Th. in ihrer Vernehmung, durch Marianne V. und Elisabeth Kl. ("Mäuschen") zum Treffen in die Gaststätte Jakob Schmidt am Eifelplatz eingeladen worden, wo sie seitdem dreimal gewesen und am 4. Dezember schließlich verhaftet worden sei. "An dem Freitag, als wir festgenommen wurden, waren zahlenmäßig die meisten Personen dort." Im "Sälchen" sei man bei dieser Gelegenheit erstmals gewesen.

Sie habe weder an diesem Abend noch bei anderer Gelegenheit jemals den ihr "vorgezeigten gelben Zettel ["Leistungswoche"] gelesen und auch nicht bemerkt, dass diese von anderen Personen gezeigt wurden".

Laut Schlussbericht der Gestapo vom 03. Februar 1943 wie folgt: "Käthe Th. machte im Jahre 1942 laufend geschlossene Wanderungen mit, sie suchte Verbindungen mit gleichgesinnten Gruppen in Düsseldorf, Remscheid, Wuppertal, Solingen und Lennep. Sie war in Kreisen der Mitglieder der Edelweißpiraten gut bekannt und machte mit diesen Wanderungen, wobei bündische Lieder gesungen wurden.



 
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