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HJ-Streifendienst (SRD)

Zur Hitlerjugend gehörten verschiedene „Dienste“, zu deren Verrichtung jedes Mitglied herangezogen werden konnte, u.a. den allgemeinen HJ-Dienst, ab 1935 der Wehr und Arbeitsdienst, in der Kriegszeit auch der „Jugenddienst“.

Der Streifendienst der Hitlerjugend wurde schon 1934 eingeführt, eine Art von "Jugendpolizei": Er kontrollierte das Verhalten Jugendlicher in der Öffentlichkeit und die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen in der Freizeit, außerdem sollten feindliche Gruppenbildungen aufgespürt werden. Der Streifendienst war das Organ zur Überwachung sämtlicher Jugendlicher im Alter von 10-18 Jahren, die Angehörigen der Hitlerjugend selbst mit eingeschlossen. Bei der Durchführung von Kontrollen maßten sich HJ-Angehörige polizeiliche Befugnisse an, die ihnen nicht zustanden.

Das ließen sich etwa die Edelweißpiraten im Rhein-Ruhrgebiet nicht gefallen, somit waren Schlägereien zwischen beiden Gruppierungen an der Tagesordnung. Verschärft wurde der Konflikt durch das schwammig formulierte Verbot der Weiterführung der Bündischen Jugend vom 8. Februar 1936, zumal das jugendliche Alltagsleben in Ballungszentren mit Treffen, Singen usw. dadurch in einen Generalverdacht geriet. In zahlreichen Fällen brachte die Antihaltung Jugendlicher gegen den Streifendienst den Zusammenschluss „wilder“ Cliquen regelrecht hervor.

Durch den Streifendienst war die Hitlerjugend eine maßgebliche Institution sozialer Kontrolle, die die zahlreichen aufgenommenen Erkenntnisse ohne Überprüfung an die Gestapo weitergab. Im Lauf weiterer Ermittlungen erwies sich oftmals ihre Übertriebenheit, oftmals kam es aber auch zur Verfolgung.



 

22. Juni 1933: HJ-Aktion gegen die Jugendbünde
23. September 1934: Polizei und HJ-Streifendienst kontrollieren Kölner Jugendorganisationen auf Fahrt in Odenthal
Ende 1933: Einrichtung des HJ-Streifendienstes
1. Mai 1934: Einrichtung des HJ-Streifendienstes
19. Oktober 1934: Polizei und HJ-Streifendienst kontrollieren katholische Schüler auf Fahrt
1935: Aufgaben des HJ-Streifendienstes
7. März 1935: HJ-Streifendienst eingerichtet
Pfingsten 1935: Pfingsten 1935: Einheitlicher Streifendienst-Einsatz gegen illegale Wanderer
Pfingsten 1935: HJ-Streifendienst kontrolliert alle wandernden Jugendlichen
6. Juni 1935: Aufgaben des HJ-Streifendienstes
6. Juni 1935: Oberpräsident protestiert gegen HJ-Streifendienst
23. November 1935: Zusammenarbeit zwischen HJ-Streifendienst und Sicherheitsdienst
Ostern/Pfingsten 1936: Gestapo macht Jagd auf illegale Wandergruppen
21. Juni 1936: HJ-Streifendienst verhaftet Jugendliche auf der Kirmes
20. Juli 1936: Angeblicher Überfall von Navajos auf Hitlerjungen
27. Juli 1936: Auseinandersetzungen zwischen Navajos und HJ-Streifendienst auf der Deutzer Kirmes
Pfingsten 1937: Alle Jahre wieder: Pfingstkontrollen durch HJ-Streifendienst
26. Juli 1937: "HJ-Streifendienst hat Hochsaison"
August 1937: Befugnisse des HJ-Streifendienstes werden erweitert
29. August 1937: Kölner Nerother auf Fahrt verhaftet
5. September 1937: Großes Navajo-Treffen auf Kirmes in Rösrath
15. September 1937: Auftakt zur "Navajo-Jagd"
Oktober 1937: Beschreibung der Aufgaben des HJ-Streifendienstes
: WB-Propaganda: "HJ Streifendienst als Helfer der Jugend"
1. Juni 1938: Neue Richtlinien für den HJ-Streifendienst
3. Juni 1938: Pfingsten 1938: Fahrten- und Streifendienst der HJ im Einsatz
26. August 1938: HJ-Streifendienst wird SS-Nachwuchsorganisation
29. Oktober 1938: HJ-Streifendienst wird Sonderformation
31. August 1939: Befehl zur Bildung eines BDM-Streifendienstes
September 1939: HJ-Streifendienst hat nach Kriegsbeginn massiven Personalmangel
November 1939: Führungsschwierigkeiten in der Hitlerjugend
Ende 1939: Lehrer auf "Streifendienst"
1940: Aufgaben des HJ-Streifendienstes
2. April 1940: Neue Dienststrafordnung der Hitler-Jugend
1. Juni 1940: "Einsatzbefehl" für den HJ-Streifendienst: Kontrollmacht ausgedehnt
November 1940: Bericht über die Auswirkung der Jugendschutzverordnung in der Rheinprovinz
Juni 1941: Zunahme von "Schulschwänzerei"
15. Dezember 1941: Dienstanweisung für den HJ-Streifendienst
21. August 1942: Oppositionelle Jugendgruppen in Großstädten
4. Oktober 1942: HJ-Streife kontrolliert Edelweißpiraten auf Fahrt
10. Juni 1943: "Polizeiverordnung zum Schutz der Jugend": Unterstützung durch den HJ-Streifendienst
26. August 1943: HJ-Streifendienst wird durch "Hitler-Jugend-Streifen" ersetzt
16. Oktober 1943: HJ-Streife überfällt vier Mülheimer Jugendliche
18. Oktober 1943: Mülheimer Jugendliche greifen HJ-Dienststelle an
1. Dezember 1943: Oberstaatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Mülheimer Jugendliche
30. Januar 1944: Runderlass zur Bekämpfung der "Jugendgefährung und Jugendkriminalität"

Gruppen
St. Georgs-Pfadfinder St. Marien Köln-Nippes
Edelweißpiraten (Mülheim)