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Köln

Die Kalker Hauptstraße um 1939

Die Kalker Hauptstraße war ein Treffpunkt von Jugendlichen, die von dem Verhalten der wilden Cliquen aus dem linksrheinischen Köln fasziniert waren. Sie entwickelten sich erst allmählich zu "Navajos", - auch spöttisch als Neurother, wie aus der interessanten Aussage von Ernst S. vor der Gestapo im Oktober 1937 hervorging.

"Mit Jugendlichen aus meinem Wohnviertel habe ich mich in den letzten Jahren häufig an der Ecke Kalker Hauptstraße aufgehalten. Hier sahen wir nun öfter an Sonntagen Gruppen mit kurzen Hosen und bunten Hemden nach auswärts fahren. Wir entschlossen uns auch Fahrten zu machen. Vor etwa sechs Monaten [also im April 1937] gingen wir denn auch in unserer gewöhnlichen Kleidung erstmals nach Rösrath. Dort trafen wir mit den Kölnern in der Navajo-Kluft zusammen und lernten sie näher kennen. Wir haben uns nun auch diese Kluft zugelegt. Den Namen Navajos haben wir in Kalk meines Wissens zum ersten Male für uns aufgebracht. Wir nannten uns so, weil wir Krach schlugen wie die Indianer. Wer den Namen aufbrachte weiss ich nicht. Die Kölner Gruppen nannten sich zunächst nicht Navajos, nahmen diese Bezeichnung aber später ebenfalls an. Sie nannten sich früher "Kanonen-Keller" oder auch in Ehrenfeld "Kittelbach-Piraten. Von einer Gründung der Navajos kann keine Rede sein. [...] Die Navajos, so wie sie heute sind, haben sich vielmehr allmählich entwickelt. Auch der Fahrtenbetrieb kam erst allmählich auf, der eigentliche Anstoss hierzu, war die Bekanntschaft mit Kölner Gruppen. Ich weiss sogar, dass die Kölner Gruppen etwas verächtlich auf uns Kalker herabsehen, weil wir erst seit etwa 6 Monaten die Fahrten durchführten, sie bezeichneten uns schon einmal scherzhaft als "Neurother", sich selbst nannten sie auch schon einmal "Nerother".