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Ranzenkontrolle

 

Künstlerbücher von Horst Peter Meyer

Vom 20. Oktober 2007 bis zum 6. Januar 2008 zeigte die Kunst- und Museumsbibliothek Künstlerbücher des Weimarer Künstlers Horst Peter Meyer.

Die Kunst des 1947 in Weimar geborenen und lebenden Horst Peter Meyer war im Westen Deutschlands nur Wenigen bekannt. 1974 erhielt er einen Lehrauftrag in Weimar und 1977 ein Meisterschüler-Stipendium an der HfBK Dresden, ab 1982 jedoch verlor er in der DDR seine Lehrämter und wurde in öffentlicher Wirksamkeit zurückgedrängt: Meyer wurde von der Stasi ausspioniert, diffamiert, schikaniert. Aber er hielt stand, weigerte sich auszuwandern. Er ließ es sich nicht nehmen, innerhalb der Gesellschaft, in der er lebte, Stellung zu beziehen.

Im Laufe der 1980er Jahre entwickelte er eine ungemein dichte, zeichenhafte, urwüchsig-sperrige Bildsprache, die seiner als „Über-Lebensmittel" verstandenen Kunst ihre Härte und Kraft verleiht. Vor allem im Medium des Künstlerbuches finden seine intellektuelle Skepsis, sein spielerischer Geist und vor allem seine ironisch geprägte Verschmitztheit ein Ventil. Denn Meyer geht mit Worten genauso geistreich und geschickt um wie mit dem Pinsel oder Stift. Assoziationsreiche Titel, hintersinnige Aphorismen, witzige, sarkastische Kommentare zu gesellschaftlichen Zuständen begleiten seine ungestümen Bildfantasien.

Charakteristisch für alle seine buchkünstlerischen Werke ist die Verquickung von Persönlichem, Aktuellem und Künstlerischem. Meyers konzeptueller Ansatz ermöglicht es dem Leser-Betrachter, das bildnerische Denken des Künstlers, die handwerklichen Vorgänge und Schritte nachvollziehen. Dabei wird ihm nahe gelegt, den Herstellungsprozess als Teil des Werkes zu begreifen.

Die Ausstellung zeigte die ersten, gegen Ende der 1980er Jahre entstandenen Künstlerbücher und setzte den Schwerpunkt auf die Editionen der letzten sechs Jahre, die Meyer in limitierten Auflagen drucken ließ. Aber auch Unikate waren exemplarisch vertreten, z.B. das üppig übermalte rumänische Propagandabuch Ceau Aplauze, das er 1987 begann und 2006 überarbeitete. Sein neuestes Künstlerbuch, Ranzenkontrolle, das der Ausstellung ihren Titel verlieh, enthält einen Text von Alfred M. Fischer.

 


 
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