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Was ist das, was sich Die Schwarze Lade nennt

  

Ausstellung vom 19. September bis zum 08. November 2020

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln)
Öffnungszeiten: Di-So 10-18.00 Uhr

 

Die Ausstellung gibt einen Einblick in „Die Schwarze Lade“, dem 1981 gegründeten, internationalen Kölner Performance Art Archiv. Es werden mit einmaligen Exponaten die Geschichte und Bestände gezeigt, sowie Arbeits- und Forschungsvorhaben mit den Materialien der „Schwarzen Lade“ veranschaulicht.

1981 trafen sich auf Einladung der Künstlerhäuser Stuttgart und Hamburg (vertreten durch H. v. Wedel, C. Rieß, U. Bernhardt und B. Nieslony) ca. 70 Künstler*innen aus der BRD und dem europäischen Ausland zum Projekt „Das Konzil“. Kennzeichnend für dieses Projekt waren grundlegende Entwicklungen in den Bereichen der Interaktion, Intervention, Kommunikation und intermedialen Künste.

Die gesamte organisatorische Projektstruktur war auf 30 Tage, 24 Stunden täglich, nonstop ausgerichtet. Diverse Gesprächsrunden, Arbeitsgruppen, Projekte intern und extern, sowie der „Konzils-Tisch“ rundeten diese Struktur ab.
Jeden Abend ab 18 Uhr trafen sich die Teilnehmer*innen, um im Rückblick die stattgefundenen Aktivitäten, Entfaltungen von Themen, Projektskizzen und Präsentationen zur Disposition zu stellen. Für die Sammlung des mit den Aktivitäten verbundenen und entstandenen Materials des Projektes wurde als Format eine transportable „Lade“ gewählt, auch mit ironischem Blick zur Bundeslade, doch mit einer ähnlichen Intention. Diese Lade, nun „Schwarze Lade“ genannt, beinhaltet Dokumente, Texte, Objekte und Bücher, die von Treffen zu Treffen mitgenommen werden und dort zum Gebrauch und zur Erweiterung zur Verfügung stehen sollen.
Es hatte sich im Projekt gezeigt, dass das Spektrum andere zeitliche Räume und Praxen benötigte. Die Gesprächsrunden und Arbeitsgruppen umfassten Themen wie:
Service, Organisation als künstlerische Praxis, diverse Kooperation, Begegnung, Werkzeug, Panorama, Stil, Krieg und Liebe als Kommunikationstechnologie, und, was immer wesentlicher wurde, Netzwerke, die direkt aus der künstlerischen Praxis resultierten und sich weltweit umspannend zeigen.

Das 2. Konzil fand bereits ein Jahr später statt. Es folgten bis heute Projekte, Kooperationen, Gründungen von Gruppen und das Einsetzen künstlerischer Labore und theoretischer Studienräume.
Gleichermaßen entwickelte sich die „Schwarze Lade“ zu einem umfassenden Performance Art Archiv. Sie bezeichnete sich selbst jahrelang (bis 1998) als „Skulptur des öffentlichen Interesses“. Künstler*innen, kunstinteressierte Personen und Kunsttheoretiker*innen besuchen die „Schwarze Lade“ und nehmen sich teilweise Wochen oder Monate Zeit, um zu recherchieren und Studien zu betreiben.

Bei der Auswahl für diese Ausstellung lag das Augenmerk nicht darauf Exklusivität als Werte steigernden Maßstabs zu sammeln und zu exponieren, sondern die innere Struktur der „Schwarzen Lade“ als Werkzeug, als Instrument der Forschung und Erkenntnis, als Wissenslager und Vermittlungsbörse im freien Zugang zu zeigen.

 


 
Lesesaal im Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz / Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln

Tel.: 0221/221-2 26 26
kmb@stadt-koeln.de

Lesesaal im Museum für Angewandte Kunst

An der Rechtschule
50667 Köln

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