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Ausstellungseröffnung am 19. Januar, um 19.00 Uhr
Ausstellung vom 20. Januar bis zum 03. März 2024

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln, Eingang Filmforum)
Öffnungszeiten: Di-Do 10-21.00 Uhr, Fr-So 10-18.00 Uhr, Mo 14-21.00 Uhr

Anlass der Ausstellung ist die Schenkung der Privatsammlung Ingrid Blom-Böer im Februar 2022 an die Kunst- und Museumsbibliothek Köln (KMB). Mit großer Leidenschaft, in erster Linie angetrieben durch persönliches Interesse, begann die Ägyptologin Dr. Ingrid Blom-Böer in den 1980er Jahren Ausstellungen zu besuchen und die dazugehörigen Flyer und Co. in Ordnern aufzubewahren.
Ging es ihr anfangs erstmal um das Bewahren der gedruckten Objekte sowie darum, sich Wissen anzueignen, sich zu informieren und inspirieren zu lassen, entwickelte sich über 40 Jahre hinweg durch die schiere Menge eine beachtliche Sammlung. Diese besteht aus hunderten Druckerzeugnissen internationaler, größtenteils jedoch deutscher Kulturinstitutionen und diente ihr auch als Nachschlagewerk, um sich die Ausstellungen immer wieder ins Gedächtnis rufen zu können. Frau Dr. Ingrid Blom-Böer geht weiterhin ihrer Leidenschaft nach, indem sie sich kontinuierlich mit ausstellungsbegleitenden Materialien auseinandersetzt.

Die gesammelten Objekte sind mehrheitlich als Begleit- und Werbematerial von und für (Kultur-)Institutionen sowie deren Ausstellungen und Veranstaltungen produziert worden. Gedacht für ein zeitlich begrenztes Ereignis, einen einmaligen Zweck und als Gebrauchsgegenstand, werden sie von den meisten Besucher*innen lediglich temporär verwendet. Solche Druckwerke werden auch als Kleinschriften oder Ephemera (von ephemer = flüchtig) bezeichnet, wobei sie ein weites Spektrum umfassen. Neben Flyern und Begleitheften für Ausstellungen sind dies Eintrittskarten, Zeitungsausschnitte, Pressemitteilungen, Lagepläne und Plakate, sowie weitere Informationsmaterialien zu Kunstveranstaltungen, Kultureinrichtungen und Künstler*innen. Aber auch von Künstler*innen gestaltete Einladungs- und Grußkarten zählen dazu, manchmal mit einer persönlichen Widmung.

Die Kunst- und Museumsbibliothek Köln sammelt als eine der wenigen Bibliotheken bereits seit den 1950er Jahren Kleinschriften. Zu finden sind diese in den sogenannten Dossiers. Diese Mappen sind aufgeteilt nach Künstler*innen, Institutionen, Orten und Personen der Kunstgeschichte. Mit ihrer Sammlung von über 550.000 Büchern und Zeitschriften sowie den Dossiers zu über 100.000 Künstler*innen, ist die KMB eine der weltweit größten öffentlichen Kunst- und Museumsbibliotheken zur modernen Kunst und Fotografie. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf der bildenden Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, der Fotografie, der Kunst der Benelux-Länder sowie dem Kunstgewerbe und Design.

In insgesamt 14 Vitrinen bietet die Ausstellung anhand einer Auswahl von Exponaten aus der Privatsammlung Ingrid Blom-Böer sowie aus den Dossiers der Kunst- und Museumsbibliothek einen Einblick in die Welt der Ausstellungs-flyer und anderer Kleinschriften. Neben dem inhaltlichen Themenspektrum zeigt sich die Vielfalt der Druckerzeugnisse in der grafischen Gestaltung, dem Format und dem Material.

Zur Einführung werden in den Vitrinen der ersten Ebene besonders ästhetisch gestaltete und thematisch interessante Kleinschriften der beiden Sammlungen präsentiert. Auf der zweiten Ebene werden die Art der Aufbewahrung und damit die Arbeitsweisen der Privatsammlerin und der KMB gegenübergestellt. Gezeigt werden zudem Druckwerke, die besondere Formen der Vermittlung und Programme der Museen ankündigen. Insbesondere Kleinschriften, die sich aufgrund ihres außergewöhnlichen Formats und des verwendeten Materials von anderen abheben, sind es wert, ausgestellt zu werden. Diese befinden sich auf der dritten Ebene und werden durch Kleinschriften ergänzt, die aufgrund ihrer grafischen Gestaltung herausstechen oder bei denen Grafik und Inhalt der zu bewerbenden Ausstellung eng miteinander verknüpft sind.

Auf den zweiten Blick gibt Gedrucktes zudem Auskunft über das Selbstverständnis und die Identität einer Einrichtung, so etwa durch eine einheitliche visuelle Gestaltung ihrer Printpublikationen (Corporate Design). Um dies zu verdeutlichen, widmen sich die Vitrinen der vierten Ebene einzelnen bekannten Kölner Institutionen. Anhand von Kleinschriften der 1980er bis 2000er Jahre werden so auch die Ortswechsel dieser namhaften Einrichtungen innerhalb der Stadt sichtbar. Ausgewählte Kleinschriften des Museums Ludwig und des Wallraf-Richartz-Museums zeigen, wie sich das Corporate Design der Häuser (so auch das Logo) und die Themensetzung unter den verschiedenen Direktoren über die letzten vier Jahrzehnte verändert hat. Die verschiedenen Formate und Ausführungen der Kleinschriften des Museumsdienstes, der die Vermittlungsangebote der Museen der Stadt Köln verantwortet, zeigen wiederum, wie in den letzten 20 Jahren die Kölner Kunst- und Kultureinrichtungen beworben wurden: Darunter gibt es Beilagen auf Zeitungspapier, praktisch gestaltete Faltflyer und seit 2019 hochwertige, thematisch aufbereitete Magazine. Ob sich anhand dieser Kleinschriften eine wechselnde Wertschätzung für die Kölner Kunst und Kultur ablesen lässt, bleibt offen. Zum Schluss ist eine Vitrine mit Kleinschriften der längst nicht mehr existierenden Josef-Haubrich-Kunsthalle zu nennen, die Auskunft über vergangene Ausstellungskooperationen in der Kölner Kulturszene gibt.

Es zeigt sich einmal mehr, dass Kleinschriften zeitgeschichtliche Dokumente und gerade deswegen Ausgangspunkt für weiterführende kunsthistorische Forschung sind. Insbesondere bei der Recherche zu (jungen) Künstler*innen sind Druckerzeugnisse oftmals die erste oder sogar einzige Quelle über ihr Werk, da Aufsätze und längere Publikationen häufig erst im Laufe der Zeit veröffentlicht werden. Auch bei der Recherche zu heute nicht mehr existierenden Institutionen oder jenen, über die sich kaum Literatur zusammentragen lässt, leisten Kleinschriften einen großen Beitrag als Quellenmaterial für (Kunst-)Historiker*innen.

Gedruckt, um zu bleiben! ist eine Kooperation der Kunst- und Museumsbibliothek Köln mit Frau Dr. Ingrid Blom-Böer und dem Masterstudiengang Kunstvermittlung und Kulturmanagement der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Im Rahmen eines Praxisprojekts wurden die Kleinschriften der beiden Sammlungen gesichtet und thematisch geordnet. Kuratiert wurde die Ausstellung von Lilith Bitzer und Jessica Krämer.

 
 
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