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Buchkunst und lateinamerikanische Literatur – Eine Begegnung

Künstlerbücher aus der Sammlung Klaus Küpper

Die Ausstellung zeigt Buchkunst aus der Sammlung von Klaus Küpper, die ein Ergebnis seiner über 40 Jahre andauernden Beschäftigung mit der Literatur aus Lateinamerika ist.

Sein Archiv für übersetzte Literatur aus Lateinamerika und der Karibik sammelt und bibliographiert seit Anfang der achtziger Jahre alle ins Deutsche übersetzten literarischen Zeugnisse aus dem genannten Kulturraum. Die Informationen zu Neuerscheinungen auf diesem Gebiet sind seit einigen Jahren auf der eigenen Webseite (www.lateinamerikaarchiv.de) einzusehen.

Außer den oft nur unzureichend wahrgenommenen oder von öffentlichen Institutionen nicht systematisch gesammelten übersetzten Zeugnissen in Anthologien und Zeitschriften gehörten Buchkunstausgaben von Anfang an zum Sammelgebiet seines Archivs.

Auch wenn hier keine Vollständigkeit angestrebt wurde – und auch durch eine Vielzahl von Unikaten nicht realisiert werden könnte, hat die Sammlung von Buchkunstausgaben und Künstlerbüchern (im weitesten Sinne) einen erstaunlichen Umfang angenommen. Eine Auswahl wird in dieser Ausstellung vorgestellt.

Die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen, die sich in Buchkunstausgabe und Künstlerbüchern finden lassen, werden in der Ausstellung präsentiert. Sie reichen vom illustrierten Buch mit Zeichnungen, Radierungen, Holz- und Linolschnitten, Lithografien, Siebdrucken, Filmschabekunst, bearbeiteten Fotografien, Malereien, typografisch gestalteten Texten, zu außergewöhnlichen Einbänden und Schubern, zu einer besonderen, den Text interpretierenden Buchgestaltung, der Verwendung von Leporellos, Collagen und anderem mehr. Der Verwendung von außergewöhnlichen Materialien sind, besonders bei den Einbänden, keine Grenzen gesetzt.

Die „Entdeckung“ der Literatur aus Lateinamerika im deutschsprachigen Raum vor ca. 50 Jahren mit ihren neuartigen Formen und Inhalten hat viele Akteure im weiten Feld der Buchkunst inspiriert.

Vor allem die übersetzte Lyrik – hier nimmt Pablo Neruda eine herausragende Stellung ein – nimmt unter den gezeigten Objekten einen breiten Raum ein. Prosatexte von Jorge Luis Borges bis Gabriel García Márquez, Essays und literarische Beschreibungen des Kontinents mit seiner Flora und Fauna waren ebenso anregende Texte für die Buchkunst wie das weite Feld der präkolumbianischen Märchen, Legenden und imaginären Wesen.

Die Ausstellung bietet ein buntes Kaleidoskop von Objekten, die nur im beschränkten Umfang in den Vitrinen anhand einer thematischen Gliederung präsentiert werden konnten. Es können jedoch einige Bücher vollständig digitalisiert am Monitor betrachtet werden. Dazu gehört u.a. die Horacio Quirogas Geschichte vom Krieg der Kaimane, die Rolf Lock mit Collagen, aufgeklebten Figuren und Kalligraphie gestaltet hat.

Die typografisch gestalteten Objekte – angeregt nicht zuletzt durch die Ode an die Typografie von Pablo Neruda – sind in einer eigenen Vitrine ausgestellt.

Des Weiteren hervorzuheben sind:

Gisela Mott-Dreizler, sie hat die wunderbare Sage von den lebenslustigen Hexern auf dem Meer des Südens, die uns Eduardo Galeano überliefert hat, in einem insgesamt sechs Meter langen farbigen Leporello lebendig werden lassen.

Und Tita do Rêgo Silva erzählt uns die Amtseinführung des Räuberhauptmanns Lampião in der Hölle in dem von ihr gestalteten Buch mit 12 wunderschönen Farbholzschnitten und zahlreichen Vignetten.

Ulrike Jänichen illustriert mit originellen Holzschnitten den alten Herrn mit den riesengroßen Flügeln, von dem uns Gabriel García Márquez in seiner Erzählung berichtet hat, bei seinen Flugversuchen, um aus dem Dorf an der Karibikküste zu entfliehen.

 
 
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