DISNEYLAND ALWEG-MONORAIL

Bild der 8. Woche - 16. bis 23. März 1998

DISNEYLAND ALWEG-MONORAIL, Deutschland, Schuco, 1960er Jahre, Karton, 47,5 x 36,7 x 4,4 cm, Kölnisches Stadtmuseum

Anfang der sechziger Jahre brachte der deutsche Spielwarenhersteller Schuco einen Zug der Disneyland Alweg-Bahn als Modell im H0-Maßstab (1:87) heraus. Diese Nachbildung im farbenprächtigen Originalkarton wurde nicht nur als Dokument des Zeitgeistes oder der Alltagsgeschichte für das Kölnische Stadtmuseum erworben, sondern vor allem als Beleg für eine aufsehenerregende Kölner Entwicklung. Lange vor dem Transrapid wurde in Köln-Fühlingen in den fünfziger und sechziger Jahren eine Einschienenbahn entwickelt und zur Serienreife geführt. Die Versuche erregten damals großes Aufsehen. Selbst der äthiopische Kaiser Haile Selassie und Bundeskanzler Konrad Adenauer fanden den Weg zwischen die Kiesgruben im Kölner Norden. Der schwedische Großindustrielle Axel-Lennart Wenner-Gren war Namensgeber der ALWEG-Bahn, die die Verkehrstechnik revolutionieren sollte. Man wollte ein Verkehrsmittel entwickeln, das für alle möglichen Transportaufgaben geeignet sein sollte - von der Werksbahn bis zum Hochgeschwindigkeitsfernverkehr. Der große Durchbruch blieb der ALWEG-Bahn jedoch verwehrt, schließlich bestanden seit langem andere ausgebaute (oder ausbaufähige) Schienenverkehrsnetze und erprobte Konkurrenzprodukte. Lediglich auf einzelnen Kurzstrecken kam und kommt sie zum Einsatz. Sie entstanden vor allem in Japan. Die erste öffentliche ALWEG-Bahn wurde jedoch 1957 im kalifornischen Disneyland eröffnet. In der Folgezeit wurde der futuristisch wirkende Zug zum festen Bestandteil derartiger Parks.

R. Schmidt