Theodor Creifelds - Der Kölner Dom

Bild der 10. Woche - 2. bis 9. März 1998

Theodor Creifelds - Der Kölner Dom, Fotografie um 1886/1890, Format des Negativs: 70 x 90 cm, Rheinisches Bildarchiv, Köln, Leihgabe

1880 wurde der Kölner Dom vollendet. Seitdem dominiert er das Kölner Stadtbild und zieht das Interesse vieler Fotografen bis heute ungebrochen auf sich. Die ersten Domfotos entstanden schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Aber erst nach der Bauvollendung wuchs die Nachfrage merklich, begünstigt durch allmählich sinkende Preise sowie den zunehmenden Tourismus. Einer der Fotografen, die mit Domfotografien einen wesentlichen Teil ihres Einkommens bestritten, war Theodor Creifelds. Die vorliegende Aufnahme entstand zwischen 1886 und 1890 und wurde vom Turm der Kirche Groß St. Martin aus aufgenommen. Creifelds verwendete dafür eine Glasplatte in dem außergewöhnlichen Format von 70 x 90 cm. Die Abzüge wurden als Kontaktkopien hergestellt und besaßen dadurch ein repräsentativ wirkendes Format. Im originalgroßen Abzug kann man auf dem Hausdach neben dem nördlichen Kirchturm deutlich die Gestelle identifizieren, auf denen solche Kontaktabzüge mit Hilfe von Sonnenlicht hergestellt wurden. In diesem Haus verkaufte Creifelds jahrelang seine Fotografien. Wegen der Bruchgefahr von Glas sind Negative dieser Größe extrem selten. Da das Rheinische Bildarchiv in Köln seit vielen Jahren auf die Restaurierung von Fotonegativen spezialisiert ist, erhielt es diese und eine weitere Negativplatte als Dauerleihgabe vom Märkischen Museum in Witten / Westfalen. Dort wurde es gereinigt und gesichert. Abzüge im Originalformat können im Rheinischen Bildarchiv bestellt werden.

R. Neu-Kock