REMBRANDT - Ein Maler sieht sich selbst ...

Bild der 11. Woche - 9. bis 16. März 1998

Rembrandt
Rembrandt (1663/69)

Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606-1669) gehört zu jenen Künstlern, die für sich selbst das wichtigste Modell gewesen sind. Tatsächlich hat der große Amsterdamer Meister so viele und so bedeutende Selbstbildnisse hinterlassen wie kaum ein anderer Maler unserer Kunstgeschichte. Nicht nur im Gemälde, sondern auch in Form von Zeichnungen und Druckgraphik hat Rembrandt seine Gestalt und seine Gesichtszüge festgehalten. Das ist stets auch der Versuch eines Menschen, etwas von dem zu ergründen, was sein innerstes Wesen ausmacht. Es steckt darin also die ganze Faszination der Begegnung einer komplexen Persönlichkeit mit sich selbst. Rembrandt hat überdies für solche Werke mit Vorliebe ausdrucksvolle Posen eingenommen und sogar Grimassen geschnitten, ja regelrecht Verkleidungen angelegt. So erprobt er das Spiel von Gesten und Mimik, ja letztlich geradezu die Rolle des Menschen in der Welt. Rembrandts Selbstbildnisse gehören zu den aussagestärksten Werken der europäischen Kunst. Im Wallraf-Richartz-Museum sind derzeit viele von Rembrandts druckgraphischen Selbstportraits zu sehen: im Rahmen der Ausstellung "REMBRANDT-Radierungen" (bis 25.03.1998). Im nächsten Jahr wird das Thema unter Einbeziehung der Malerei erneut aufgegriffen: in der Ausstellung "ARENT DE GELDER, Rembrandts letzter Schüler" (Wallraf-Richartz-Museum, Köln, 19.02.1999 - 09.05.1999). Für die weitere Zukunft ist außerdem eine Ausstellung niederländischer Meisterzeichnungen des "Goldenen Jahrhunderts" geplant.

U. Westfehling