Rasterkopf

Bild der 11. Woche - 15. bis 21. März 2010

Sigmar Polke, Kopf 1966 Öl auf Leinwand, 297,5 x 305 cm Museum Ludwig, ML 76/3247

Das Gemälde Kopf gehört zur Serie der Rasterbilder, die Sigmar Polke zwischen 1963 und 1969 schuf. In der Nahsicht erscheint die Verteilung der Punkte willkürlich und abstrakt, erst mit zunehmendem Abstand sind gegenständliche Formen wie Augen, Nase, Mund erkennbar. Durch partielle Überlagerungen entsteht ein transparentes Flimmern, das die Bildfläche verräumlicht und die Wahrnehmung irritiert. Die Ordnung des Bildes ist durch die Transformation vom Muster zum Gegenständlichen im Übergang begriffen und deutet auf vielfältige Möglichkeiten der Gestaltbildung hin. Im Gegensatz zu den Pointillisten, die die Wirklichkeit auflösen, bauen die mehrschichtig aufgetragenen Punkte Polkes eine autonome Bildwirklichkeit auf. Im Unterschied zu Lichtenstein benutzt Polke ein kompliziertes, manuelles Übertragungsverfahren, das jeden Partikel der Projektion minutiös in ein Bildganzes übersetzt. Sigmar Polke wurde 1941 in Oels (Schlesien) geboren. Er ist als Maler, Glasmaler, Zeichner und Fotograf tätig und lebt seit 1978 in Köln. Mit dem Auftrag im Jahre 2009, die Fenster des Großmünsters in Zürich zu gestalten, tritt nun auch er in den unausgesprochenen Wettstreit mit Gerhard Richter (Kölner Dom), Markus Lüpertz (Sankt Andreas, Köln) und Neo Rauch (Elisabethkapelle im Naumburger Dom) um die Formensprache in zeitgenössischen Kirchenfenstern. Seit 2009 besitzt das Museum Ludwig die größte Sammlung der Editionen von Sigmar Polke europaweit, eine Schenkung des Kölner Sammlers Ulrich Reininghaus. Dabei handelt es sich überwiegend um Arbeiten auf Papier (Sieb- und Offsetdrucke, einfache Kopien, Fotografien, Künstlerbücher, Plakate und Einladungskarten Künstlerbücher, Plakate und Einladungskarten. Museum Ludwig