Huldigung an das Quadrat

Bild der 20. Woche - 17. bis 23. Mai 2010

Josef Albers Hommage to the Square: Green Scent (Huldigung an das Quadrat: Grüner Duft), 1963 Öl auf Hartfaserplatte, 121 x 121 cm Köln, Museum Ludwig, ML 1000
Josef Albers Hommage to the Square (Huldigung an das Quadrat), 1964 Siebdruck auf Papier, 48,4 x 37,9 cm Köln, Museum Ludwig, ML/G 1967/043 Foto: Veronika, Edwards
Josef Albers Formulation: articulation, 1972 Siebdruck auf Papier, 30 x 30 cm Köln, Museum Ludwig, ML/G 1973/003 Foto: Veronika, Edwards

Der Maler und Grafiker Josef Albers (Bottrop 1888 – 1976 New Haven) gehörte zu den einflussreichsten Lehrern am Bauhaus in Dessau und prägte mit der Verbindung von künstlerischer Gestaltung und didaktischem Anspruch Generationen von Künstlern und Designern. Seit 1949/50 arbeitete er an der Serie „Hommage to the Square“ – unser Bild zeigt eine der späteren Arbeiten von 1963 in Öl -, in der er wie in einer experimentellen Versuchsreihe anhand von standardisierten Farbflächen die Beziehungen von Form und Farbe untersuchte. Dabei entwickelte er ein Schema aus drei oder vier scheinbar übereinandergelagerten Quadraten in fünf verschiedenen Formaten und unterschiedlichen Farbabstufungen, die unvermischt aufgetragen wurden. Als homogene Fläche verweigern sie jede individuelle künstlerische Einflussnahme und verlagern die in Form und Farbe auf ein Minimum reduzierte Darstellung in den Grenzbereich der physischen und psychischen Wahrnehmung. Das menschliche Auge erlebt denselben Farbton in Abhängigkeit von der jeweiligen Nachbarfarbe und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Wärme- und Kältegrad sowie die Konsonanzen und Dissonanzen der Farben. Auf dem hier gezeigten Gemälde erscheinen drei Quadrate in unterschiedlichen Grüntönen, die optisch als räumliche Staffelung wahrgenommen werden. Mit dem Titel „Grüner Duft“ ergänzt Albers das Bild um eine assoziative poetische Komponente und erweitert die Ratio der Konstruktion durch die Psychologie der Empfindung. Auf den Bildern rechts sehen Sie zwei weitere Werke dieser Serie, diesmal auf Papier

Museum Ludwig