Banksie, Banksy & Slinkachu – vom Guerilla Gärtnern und Guerilla Künstlern

Bild der 1. Woche - 2. bis 8. Januar 2012

Bild eines dunkelhäutigen Kindes mit dem Sweatshirtmotto „I WILL NEVER SAY WHAT YOU WANT TO HEAR, Köln, Venloer Straße
Detail der Darstellung
Leierkastenmann mit Äffchen vor Krokodil im Guerilla Garten

Wohl eher selten sichtet der Kölner Guerilla Gärtner die Banksie, eine ‚Gattung mit ca. 70 immergrünen Baum- und Straucharten aus den gemäßigten bis tropischen Strauch- und Baumformationen, die vor allem in Australien‘ beheimatet ist (Dumont’s große Pflanzen-Enzyklopädie, Bd. 1, S. 159). Ihren Namensvetter „Banksy“ hingegen, der als Graffiti Künstler und selbsternannter ‚Guerrilla Artist‘ seine gesellschaftskritischen Wandgemälde vorzugsweise im öffentlichen Raum unterbringt (wenn er nicht anonym und verkleidet Museen mit eigenen Gemälden nebst Beschriftung beglückt), vielleicht schon. Neulich, während des Kölner Graffiti Festivals „Cityleaks“ geisterte das Gerücht umher, Banksy sei hier. Eine umgehend zusammengestellte Expedition wurde alsbald in der Innenstadt (Venloer Str.) fündig. Aber ach, bei näherer in Augenscheinnahme erwies sich das Motiv des lebensgroßen dunkelhäutigen Kindes mit dem Sweatshirtmotto „I WILL NEVER SAY WHAT YOU WANT TO HEAR“ als Fälschung. Während Banksy’s Technik darin besteht, seine Figuren mit Schablonen aufzusprühen (Stencils), war hier die Figur aus Papier ausgeschnitten und auf eine Press-Spanplatte aufgeklebt worden (s. Bild rechts). Schade. Auf der Suche nach weiteren Stars der internationalen Street Art Szene kamen wir an eine innerstädtische Waschbetonmauer, die einen kleinen Guerilla Garten vom Gehweg trennt und gerieten angesichts der Miniinszenierung eines Leierkastenmannes mit Äffchen, der unbeeindruckt weiterspielt, während hinter ihm ein riesiges Krokodil lauert, ins Grübeln – war das wenigstens ein echter Slinkachu? (Wer ist Slinkachu? „Polizist: Entschuldigen Sie, Sir. Würden Sie mir verraten, was Sie da machen? Slinkachu: Oh. Äh… ich klebe hier eine kleine Plastikfigur fest. Polizist: Hä? Slinkachu: Hier, sehen Sie. Das ist… äh… Kunst. Sozusagen. Ich mache Fotos von diesen kleinen Leuten. Und dann lasse ich sie hier. Polizist: Ach so! Wie niedlich! Verzeihung, ich dachte schon, Sie schnüffeln Klebstoff. Das kommt hier öfter vor.“ (s. Slinkachu – Kleine Leute in der großen Stadt, Hamburg 2011, S. 7) Slinkachu, der mit seinen ‚kleinen Leuten in der großen Stadt‘ den fast vergessenen Preiser-Figuren ein neues Leben außerhalb der Faller- und Spielzeugeisenbahnlandschaft einhaucht? Der eben im Kunstverein Ludwigsburg seine erste Ausstellung in Deutschland hatte? Der Öffentliche Raum wirft manchmal mehr Fragen auf, als er beantwortet. Allein, für den Guerilla Gärtner bleibt die tröstliche Gewissheit: noch einmal mulchen, dann ist Winterpause. In diese verabschiedet sich auch

B. Alexander