Weg einer Ausstellungshalle

Bild der 34. Woche - 20. bis 26. August 2012

Ausstellungshalle für die „Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln" am Aachener Tor, Köln 1912
Wiederverwendung der Halle im Bereich der Köln Messe in den 1920er Jahren
Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Halle

Im Jahr 1912 fand vom 25. Mai bis zum 30. September die im Rückblick berühmte „Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln“ in der Städtischen Ausstellungshalle am Aachener Tor statt. Diese Ausstellung war wohl die wichtigste Präsentation der europäischen, heute als "klassisch" bezeichneten Moderne mit 577 Gemälden und 57 Skulpturen von 173 Künstlern (s. hierzu auch BdW 21/2012). Die hier gezeigte 95 x 40 Meter große Halle mit einer Höhe von 15 Metern war eigens für diese Ausstellung gebaut worden unter Verwendung des Stahlgerüstes der sogenannten Kultushalle der Weltausstellung in Brüssel aus dem Jahr 1910. Sie besaß 25 abgetrennte Ausstellungsräume sowie Nebenräume Die streng symmetrische Gestaltung der Fassade nimmt die schwarzen Rahmen auf, die im Inneren die Ausstellungsräume gliedern. Vor der Halle sind zwei eigens für die Ausstellung entworfene, einander zugewandte Skulpturen aufgestellt, die in einem späteren Bild der Woche ein eigenständiges Thema sein werden (können Sie die Skulpturen identifizieren? Sie sind heute noch im öffentlichen Raum in Köln zu finden). Nach der Sonderbundausstellung wurde die Halle im darauf folgenden Jahr an gleicher Stelle für die Ausstellung Alt-Neu-Köln außen und innen sehr stark umgestaltet. In den 1920er Jahren wurde sie schließlich wieder demontiert und unter den Architekten Verbeek und Piper als „Große Halle“ für 5000 Besucher in die neu entstehenden Messehallen in Köln-Deutz integriert (s. Bild 1 rechts). Als mit Holz verkleideter Stahlbau soll die Halle über eine anerkannt gute Akustik verfügt haben. Während des Krieges fand die Halle schließlich durch Bombentreffer ihr Ende (s. Bild 2 rechts).

H. Bachem