Für die Lebenden und die Toten

Bild der 44. Woche - 30. Oktober bis 5. November 2017

© Anne Slencza, 2016

© Anne Slencza, 2016

© Anne Slencza, 2016

Der Día de los Muertos ist in Mexiko vor allem ein freudiges Ereignis. An diesem Tag im Jahr besuchen die Toten die Lebenden – und diese sind entsprechend vorbereitet: In den Häusern stehen geschmückte Gabentische (ofrendas) als Andenken an die Verstorbenen, zum Fest gehören Totenschädel aus Zucker, Totenbrot und Musik. Man muss aber nicht nach Mexiko reisen, um das zu erleben: Ein Besuch im Rautenstrauch-Joest-Museum erfüllt den gleichen Zweck!

Den Gabentisch im RJM gestalten - wie auch im letzten Jahr - die mexikanischen Künstlerinnen Rosaana Velasco und Liliana Cobos. Der Totenaltar 2017 ist Leonora Carrington und Juan Rulfo gewidmet, die dieses Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hätten. Die britisch-mexikanische Malerin wurde mit ihren surrealistischen Gemälden international bekannt. Juan Rulfo zählte zu den renommiertesten Schriftstellern Mexikos und machte sich auch als Fotograf einen Namen. Der Altar gedenkt auch der zahlreichen Opfer der schweren Erdbeben im September 2017.

Die Künstlerin, Musikerin und Sängerin Liliana Cobos stammt aus Mexiko-Stadt und beschäftigt sich seit langem mit der faszinierenden Tradition des Día de los Muertos. Liliana Cobos hat an den verschiedensten Orten reich und farbenfroh dekorierte Totenaltäre gestaltet. Die dazu gehörigen Skelettfiguren aus Pappmaché fertigt sie selbst. 

Rosaana Velasco - freischaffende Malerin und Installationskünstlerin - wurde im mexikanischen Toluca geboren. Sie lebt heute dort und in Berlin. Rosaana Velasco studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte in Mexiko-Stadt, Paris und Düsseldorf. Ihre Bilder tauchen ein in die Welt altmexikanischer Kulturen der Azteken, Mayas und
Tolteken. Inspiration für ihre Gemälde mit Totenkopfmotiven und prächtige Totenaltäre zum Día de los Muertos erhält die Künstlerin bei Streifzügen durch Tempel, Paläste und Pyramiden.

Der Altar ist bis zum 26. November 2017 in der Eingangshalle des Museums aufgebaut. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, zur Eröffnung Fotos ihrer Verstorbenen mitzubringen und auf den Altar zu legen.

A. Slenczka