Die Anfänge der ART Cologne

Bild der 14. Woche - 8. April bis 14. April 2019

Robert Indiana: Kunstmarkt Köln 67, 1967. Farbsiebdruck, 118,5 x 83,7 cm. MAKK, o. I. (Foto: RBA)

Vier Tage, die den Kunsthandel revolutionieren. Vom 13.-16. September 1967 findet der erste Kölner Kunstmarkt statt, organisiert vom „Verein progressiver deutscher Kunsthändler“. Die Stadt Köln stellt für die Veranstaltung den Gürzenich zur Verfügung. Die 18 Galerien, die im Verein organisiert sind, zeigen mehr als 600 Bilder, Grafiken, Plastiken und Objekte von etwa 300 deutschen und ausländischen Künstlern. Noch einige Tage länger läuft im Kunstverein die Parallel-Ausstellung „18 Galerien 36 Künstler“.

Das Messeplakat ist programmatisch für den neuen Umgang mit Kunst. Der Düsseldorfer Galerist Alfred Schmela kann Robert Indiana für die Gestaltung gewinnen. Als Lohn für die Bewerbung der ersten Messe für moderne Kunst weltweit erhält Indiana 300 Exemplare des Plakats, die ihm Hein Stünkes Galerie „Der Spiegel“ direkt nach New York liefert. Stünke ist zusammen mit dem Kölner Galeristen Rudolf Zwirner Initiator der Messe. Die beiden wollen die Avantgarde-Kunst einem breiteren Publikum öffnen. Zu sehen sind beispielsweise Arbeiten von Joseph Beuys, Victor Vasarely, Andy Warhol, Ferdinand Kriwet, Wolf Vostell, Josef Albers und Mel Ramos.

Der Plan geht auf. 15.000 Besucher sorgen für sensationellen Umsatz. Der Kunstmarkt 1967 findet schnell Nachahmer. 1969 entsteht die Art Basel, 1973 die Fiac in Paris. In Köln wird die Messe 1974 zum Internationalen Kunstmarkt und 1983 zur Art Cologne. Die Mutter aller Kunstmessen, betreut von der KoelnMesse, ist heute eine der wichtigsten internationalen Events zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Jährlich kommen in Köln rund 200 weltweit führende Galerien aus über 20 Ländern zusammen und präsentieren Arbeiten von über 2.000 Künstlern. Morgen geht es los.

M. Hamann