Gedenken und Erinnern

Köln in der Zeit des Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus prägte das Leben der Kölnerinnen und Kölner entscheidend. Schon kurze Zeit nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begannen Ausgrenzung und Verfolgung von Kölner Bürgerinnen und Bürgern aus rassistischen, politischen und religiösen Gründen. Die meisten Kölner passten sich an das Unrechtssystem an. Die Opposition und der Widerstand von Wenigen waren bereits Mitte der 1930er Jahre gebrochen. Die Stadt war am Ende des Krieges ein einziges Trümmerfeld.

 
 
 

NS-Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum hat seinen Sitz im EL-DE-Haus, wo sich von 1935 bis 1945 die Zentrale der Kölner Gestapo befand. In dem 1981 als Gedenkstätte hergerichteten ehemaligen Gestapogefängnis erinnern die erhalten gebliebenen Häftlingszellen und die Inschriften der Gefangenen am unmittelbarsten und eindringlichsten an die Schrecken der Zeit. In der Dauerausstellung »Köln im Nationalsozialismus« erfahren Sie alles über das gesamte politische, gesellschaftliche und soziale Leben Kölns in der NS-Zeit. Die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“, die seit Juni 1997 im EL-DE-Haus gezeigt wird, behandelt das gesamte politische, gesellschaftliche und soziale Leben Kölns in der NS-Zeit: Machtübernahme und Machtapparat, Propaganda und „Volksgemeinschaft“, Alltagsleben, Jugend, Religion, rassistische Verfolgung und den Völkermord an den Kölner Juden und an den Sinti und Roma sowie Widerstand, Krieg und Kriegsgesellschaft.

 
 

Adresse

Appellhofplatz 23-25
50667 Köln
T +49 221 221 26332
F +49 221 221 25512
nsdok@stadt-koeln.de

www.ns-dok.de

Veranstaltungen & Infos

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Samstag und Sonntag 11 - 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr
Montag geschlossen

an Feiertagen (auch montags!) geöffnet wie sonntags:
Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3. Okt.), Allerheiligen, 2. Weihnachtstag.

montags geschlossen
sowie an Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr.

 

 

Gruppenführungen

„Was geschah im EL-DE-Haus?“ (Familienführung)

Basisführung

Stadtteilführung "Von Navajos und Edelweißpiraten" durch Köln-Ehrenfeld

Wichtig: Anmeldung zu einem Besuch ohne Führung

 

Weitere Tipps zum Thema

Die Kölner Synagoge

Die jüdische Gemeinde Kölns gilt als die älteste nördlich der Alpen. Heute ist sie nach wechselvoller Geschichte mit rund 5.000 Mitgliedern eine der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Die Synagogen-Gemeinde bietet allen Interessierten Gruppenführungen durch die große Synagoge in der Roonstraße und über den Jüdischen Friedhof in Bocklemünd an. Führungen sind an allen Tagen möglich; ausgenommen sind Freitage, Samstage und jüdische Feiertage. Männliche Teilnehmer – Erwachsene, Kinder und Jugendliche – werden gebeten, eine Kopfbedeckung mitzubringen (Kippa, Mütze, Hut, Baseball-Cap oder ähnliches).

 

Adresse

Synagogen-Gemeinde Köln
Ottostraße 85 / Eingang Nußbaumerstraße
50823 Köln-Ehrenfeld
T +49(0)221.71662-0
www.sgk.de

 

Auf den Spuren von Hilde Domin

Ihr Leben beschrieb sie als »Sprachodyssee«, als Wandern von einer Sprache in die andere. Aufgewachsen im Kölner Agnesviertel, ging sie zum Studium nach Heidelberg und Italien. 1940 emigrierte sie mit ihrem Mann über England in ihr endgültiges Exilland, die Dominikanische Republik. Hilde Domin jonglierte mit den Sprachen, besonders mit denen ihrer Exilländer.

 

Adresse

Kölner Frauengeschichtsverein e.V.
Marienplatz 4 · 50676 Köln
T +49(0)221.248-265
www.frauengeschichtsverein.de

 

Stadtteilführung »Von Navajos und Edelweißpiraten« durch Köln-Ehrenfeld

Bei diesem Rundgang durch eines der prägnantesten Kölner Viertel werden Sie mit den Jugendgruppen vertraut gemacht, die unter den Namen »Navajos« und später auch »Edelweißpiraten« vom NS-Regime verfolgt wurden. Anschließend besuchen Sie die Gedenkstätte Gestapogefängnis im NS Dokumentationszentrum und verfolgen dort die Spuren der unangepassten Jugendlichen.

 
 

Köln im Nationalsozialismus – Wahrheiten und Legenden

Erleben Sie bei einem Rundgang durch die Kölner Innenstadt, wie die Kölner den Alltag während der Nazi-Diktatur 1933 – 45 verbrachten. Wie schaffte es z. B. die Hälfte aller Kölner Juden, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen? Erfahren Sie ebenso, wie sich das Leben für die Frauen in der NS-Zeit änderte oder welche Entwicklungen im Stadtbild des heutigen Köln schon damals ihren Anfang nahmen. Auch der Umgang mit der Vergangenheit zwischen Wahrheit und Legendenbildung in der Domstadt wird erläutert.

 

Adresse

RegioColonia
Hohe Pforte 22 · 50676 Köln
T +49(0) 221.9654595
www.regiocolonia.de

 

Mikwe, Ma‘alot und Stolpersteine

Bereits im Jahr 321 ist die Existenz einer florierenden jüdischen Gemeinde belegt. Sie blieb nicht von Pogromen verschont, wie die Grabungen um die Mikwe auf dem Rathausplatz zeigen. Oft jedoch erinnern nur noch Gedenktafeln an Gebäuden oder die von dem Künstler Gunter Demnig verlegten »Stolpersteine« in den Bürgersteigen an die jüdischen Kölnerinnen und Kölner. Was nicht mehr sichtbar ist, lebt in der Erinnerung weiter. Die Spurensuche führt Sie an Orte, in denen die jüdische Geschichte für Augen und Ohren erkennbar wird. Am Beginn der Führung steht das Werk »Ma‘alot« des israelischen Künstlers Dani Karavan.

 
 

Adresse

StadtKunstKöln
Am Duffesbach 41 · 50677 Köln
T +49(0)221.327-576
www.stadtkunstkoeln.de

 
 

Programmvorschlag
Zwischen Vorurteil und Toleranz

Tag 1: Gegen das Vergessen

Ein besonderer Ort ist das NS Dokumentationszentrum, das sich der Aufarbeitung der NS-Geschichte Kölns verschrieben hat. Im Keller des Gebäudes sind die Gefängniszellen der Geheimen Staatspolizei erhalten geblieben. Die rund 1.800 Inschriften der Gefangenen dokumentieren eindrücklich ihr Schicksal. In der Dauerausstellung wird die gesamte Kölner Stadtgeschichte während der NS-Zeit behandelt. Einen Appell an die Menschlichkeit birgt auch der nachmittägliche Museumsbesuch. Die Werke von Käthe Kollwitz in ihrem Museum am Neumarkt sprechen eine eindringliche Sprache, warnen vor Barbarei und sozialer Kälte.

 

Tag 2: Spuren jüdischer Geschichte

Genaues Hinsehen ist gefragt, wenn man die jüdische Geschichte Kölns erspüren möchte. Mit einer geführten Tour durch die Innenstadt, die die Anfänge ebenso beleuchtet wie die Gegenwart, werden Sie jedoch schnell fündig. Sind Sie schon auf die »Stolpersteine« gestoßen? Schauen Sie mal auf die Gehwege. Nun empfiehlt sich ein Gang ins Kölnische Stadtmuseum, denn dort lässt sich das neue Wissen in die ganze Geschichte Kölns einbetten. Am Nachmittag können Sie mit Ihrer Gruppe der großen Synagoge einen Besuch abstatten, die zu einem neuen Zentrum des jüdischen Lebens in Köln geworden ist. In den umliegenden Straßenzügen des Belgischen Viertels oder des studentisch geprägten »Kwartier Latäng« lassen Sie in einem der Cafés den Tag Revue passieren.