Schießübungen von Schülern der Adolf-Hitler-Schule „Thüringen“ während ihrer Russlandfahrt, vom 26. Juni bis 5. August 1942
Copyright: NS-DOK
„Führerdienst" eines Kölner HJ-Stamms, September 1936
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BDM-Gruppe aus Köln-Sürth mit ihren Wimpeln, 1934
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Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit

NS-Dokumentationszentrum

16. September 2016 bis 12. März 2017

In einer neuen Sonderausstellung thematisiert das NS- Dokumentationszentrum der Stadt Köln eines der zentralen Themen für die Zeit des Nationalsozialismus: Jugendliche während der NS-Zeit, mit einem Schwerpunkt auf der Hitlerjugend.
Zwischen 1933 und 1945 war die Hitlerjugend die mitgliederstärkste Organisation im NS-Staat. Als das „Volk von morgen“ waren die Jugendlichen Adressat der NS-Propaganda und ein wichtiger Faktor der NS-Innenpolitik. Das öffentliche Bild von der Hitlerjugend als allmächtige Institution, der man sich als Jugendlicher nicht zu entziehen vermochte, ist bis heute geprägt von Propagandaaufnahmen der Nationalsozialisten und „Erfolgsmeldungen“ einer begeisterten „Staatsjugend“.

Wie schaffte es die Hitlerjugend, aus diesen jungen Menschen eine – wie es ihre Propaganda suggerierte – „Jugend im Gleichschritt“ zu formen? Erreichte sie dieses Ziel überhaupt? Welchen Herausforderungen und Problemen hatte sie sich zu stellen? Wo fand sie Unterstützung, und wo stellten sich ihr Widerstände entgegen?


Diesen und weiteren Fragen geht die Ausstellung in fünf Abschnitten nach: Die Lebenswelten stellen den gesellschaftlichen Kontext, in dem die Hitlerjugend agierte, vor. Wie lebte man in den 1920er- und 1930er-Jahren in der Stadt und auf dem Land? Wie gestalteten sich Arbeit und Freizeit? Welche Auswirkungen hatte der kurz zuvor beendete Weltkrieg? Welche die Wirtschaftskrisen? Die Hitlerjugend konkurrierte mit Elternhäusern, Schule und Kirche um die Vormachtstellung in der Jugenderziehung. Welche Ziele verfolgten die einzelnen Erziehungsinstanzen? Wie reagierten sie auf die „neue Zeit“? Welche Einflüsse versuchten die neuen Machthaber auf die Erziehung zu nehmen?

Arbeit und Ziele der Hitlerjugend werden unter den Aspekten Organisation, „Dienst“ und „Führer“ näher vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Wehrerziehung, die vor allem die Aktivitäten in Jungvolk und HJ wesentlich prägte. Inwieweit die Hitlerjugend den selbst gestellten Ansprüchen gerecht wurde, wird an zahlreichen Beispielen überprüft. Dass die Hitlerjugend ihren Totalitätsanspruch nie gänzlich in die Tat umsetzen konnte, zeigt sich besonders deutlich an den Konflikten, die sie mit Jugendgruppen austrug, die sich dem auf sie ausgeübten Druck nicht beugen wollten. Das galt insbesondere für die konfessionelle Jugend und die unangepassten Jugendlichen. Neue Herausforderungen hatte die Hitlerjugend im Krieg zu bewältigen. Sie musste sich weitgehend den Bedürf-nissen des Kriegsalltags anpassen. Während sie zunächst nur für Aufgaben an der „Heimatfront“ verpflichtet wurde, kamen in der Kriegsendphase auch direkte Kampfeinsätze hinzu.


Die als Wanderausstellung konzipierte Ausstellung zeigt an zahlreichen Beispielen aus Rheinland und Westfalen ein differenziertes Bild der NS-Jugendorganisation – jenseits der bekannten Propagandabilder. In 14 Medienstationen werden zahlreiche zeitgenössische Filme gezeigt. Außerdem schildern hier viele Zeitzeugen ihre damaligen Erlebnisse.

Buchbare Angebote zur Sonderausstellung

Führung

Jugend im Gleichschritt!?

Zwischen 1933 und 1945 waren die Hitlerjugend und der Bund Deutscher Mädel die mitgliederstärksten Organisationen im NS-Staat. Die Ausstellung veranschaulicht die Gründe für deren Anziehungskraft für Jugendliche und verdeutlicht, wie Familie, Schule und Kirche die Entwicklung der Kinder beeinflussten und ihre Haltung dem Regime gegenüber prägten. Fotos, Dokumente und Zeitzeugen-Aussagen geben einen Einblick in den Alltag in der Hitlerjungend.

Für: Erwachsene | Sekundarstufe I | Sekundarstufe II |

Nur buchbar zu folgenden Zeiten: 9:30 Uhr 10:30 Uhr 11:30 Uhr 15:30 Uhr 16:30 Uhr |
Dauer: 60 Minuten | Gruppengröße: max. 20 | Preis pauschal: Erw. € 75 | ermäßigt: € 50 | Schüler € 30 | Eintritt: € 4,50 | ermäßigt: 2,00 | Schüler: frei |Wochenende / Feiertag: zzgl. € 10 | Fremdsprache: zzgl. € 10 | Mehrere Gruppen parallel: nein (parallel kann die Basisführung gebucht werden)

Workshop

Jugend im Gleichschritt!?

Zwischen 1933 und 1945 waren die Hitlerjugend und der Bund Deutscher Mädel die mitgliederstärksten Organisationen im NS-Staat. Durch interaktive Methoden und die Arbeit mit Biographien erfahren die SuS die Gründe für deren Anziehungskraft für Jugendliche und lernen, wie Familie, Schule und Kirche die Entwicklung der Kinder beeinflussten und ihre Haltung dem Regime gegenüber prägten. Fotos, Dokumente und Zeitzeugen-Aussagen geben einen Einblick in den Alltag in der Hitlerjungend.

Für: Sekundarstufe I | Sekundarstufe II |

Nur buchbar zu folgender Zeit: 13:00 Uhr |
Dauer: 2,5 Stunden | Gruppengröße: max. 15 | Preis pauschal: ermäßigt  € 100 | Schüler € 60 | Eintritt: € ermäßigt: 2,00 | Schüler: frei |Wochenende / Feiertag: zzgl. € 25 | Fremdsprache: zzgl. € 25 | Mehrere Gruppen parallel: 2

Fremdgruppe

Jugend im Gleichschritt!?

Der große Besucherandrang hat auch seine Schattenseite: Er macht es notwendig, dass sich auch Gruppen ab 10 Personen anmelden, die keine Führung wünschen. Nur so ist ein gewinnbringender Besuch von Gedenkstätte und Ausstellung gewährleistet. - Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Für: Erwachsene | Sekundarstufe I | Sekundarstufe II |

Eintritt Erwachsene: € 4,50 | Eintritt ermäßigt: € 2,00 | Eintritt Schüler: frei

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung

Veranstaltungen

Do. 02.03.
19:00 Uhr

Film: Hitlerjunge Quex

Spielfilm, D 1933, 95 Min., Regie: Hans Steinhoff

Mit einer Einführung zum Film und Analyse der Propaganda

Heini Völker, ein Junge aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding, steht zwischen seinem kommunistischen Elternhaus und dem Wunsch, der Hitlerjugend beizutreten. Er entscheidet sich für die Hitlerjugend und stirbt als sogenannter Märtyrer des kommenden „Dritten Reichs“.

Die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit. 1932 wurde der 15-jährige Hitlerjunge Herbert Norkus – während er Flugblätter verteilte – von Kommunisten erstochen. „Hitlerjunge Quex“ sollte die Jugendlichen für den Nationalsozialismus begeistern und für die Hitlerjugend werben. Die spätere Hymne der Hitlerjugend „Unsere Fahne flattert uns voran“ wurde eigens für den Film geschrieben.

Mit dem Spielfilm startete Propagandaminister Goebbels den politischen Jugendfilm. „Hitlerjunge Quex. Ein Film vom Opfergeist der deutschen Jugend“ gehört wegen der propagandistischen Botschaften zu den NS-Vorbehaltsfilmen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kino und Filmkultur e.V.

Für: Alle | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00 | Eine Veranstaltung zur Sonderausstellung Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Öffentliche Führungen

So. 05.03.
15:00 Uhr

Jugend im Gleichschritt!?

Für: Erwachsene | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: Kasse | Mit: Fabian Reeker

Adresse

Appellhofplatz 23-25
50667 Köln
T +49 221 221 26332
F +49 221 221 25512
nsdok@stadt-koeln.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Samstag und Sonntag 11 - 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr
Montag geschlossen

Karneval geschlossen am 23., 26. und 27. Februar!

Eintritt

Dauerausstellung und Sonderausstellung 4,50 €
ermäßigt 2,00 €
freier Eintritt Kölner Kinder bis 18 Jahre, alle Schülerinnen und Schüler (inkl. 2 Begleitpersonen je Klasse), KölnPass-Inhaberinnen und -Inhaber, Geburtstagskinder mit Wohnsitz Köln am Tag ihres Geburtstages

1. Donnerstag im Monat (ausgenommen Feiertage) freier Eintritt  für alle Besucherinnen und Besucher mit Wohnsitz in Köln.
Freien Eintritt haben Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit Behinderungen, deren Schwerbehindertenausweis den Buchstaben „B" ausweist.

Audioguides

Gebühr von 2,00 €
Audioguide für Rundgang durch Gedenkstätte und Dauerausstellung in acht Sprachen (deutsch, englisch, französisch, hebräisch, niederländisch, polnisch, russisch und spanisch)

Barrierefreiheit

Das Museum ist nur eingeschränkt für Menschen mit Behinderungen nutzbar.

Museumsshop

Verkauf von Publikationen an der Kasse des Museums.

Anfahrt & Verkehrsanbindung

Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn, S-Bahn: "Hauptbahnhof" (5-10 Minuten Fußweg)
U-Bahn: "Appellhofplatz"
Parkhäuser
Oper-Ladenstadt / DuMont-Carré