Das Projekt STOLPERSTEINE

Kunst- und Museumsbibliothek

16. September bis 12. November 2017

Anlass der Ausstellung sind der 70. Geburtstag Gunter Demnigs (geboren am 27. Oktober 1947) und der 25. Jahrestag der Verlegung des ersten „Stolpersteines“ vor dem Historischen Rathaus in Köln am 16. Dezember 1992.
Die Ausstellung präsentiert in 14 Vitrinen die Bestände der Kölner Kunst- und Museumsbibliothek zum künstlerischen Werk Gunter Demnigs jenseits des Projekts „Stolpersteine“, die Geschichte des Projekts, die Arbeit des bürgerschaftlichen Engagements exemplarisch anhand einzelner Initiativen, zum Beispiel Veröffentlichungen, Flyer, Bücher, DVDs, Plakate, Urkunden für Paten und Initiatoren, geht in einer Vitrine über die „Stolperstein“-Initiative in München auf Kritik an dem Projekt ein, zeigt erste wissenschaftliche Arbeiten über das Projekt „Stolpersteine“ und die ungeheure mediale Aufmerksamkeit, die das Projekt im Verlauf der letzten 25 Jahre auf sich zog. Darunter ist auch eine unscheinbare Ausgabe der Zeitschrift „DB mobil“, der Kundenzeitschrift der Deutschen Bahn, die in den Zügen der Bahn ausliegt. Die gezeigte Ausgabe vom November 2002 enthält einen Bericht über Gunter Demnigs „Stolpersteine“. Dieser Bericht führte dazu, dass das Telefon bei dem Künstler in der Folgezeit nicht mehr stillstand, weil zum ersten Mal bundesweit und überregional die Idee über die Züge der Bahn im wahrsten Sinne des Wortes ins Land getragen wurde. Die ausgestellte Ausgabe wurde der Kunst- und Museumsbibliothek von den Herausgebern der Kundenzeitschrift zur Verfügung gestellt. Die meisten der gezeigten Objekte sind Originale und wurden noch nie in dieser Zusammenballung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als Gunter Demnig vor 25 Jahren am 16. Dezember 1992 vor dem Historischen Rathaus in Köln zusammen mit Rom e.V. einen quadratischen Stein ins Pflaster verlegte, ahnte keiner der Beteiligten, dass es sich bei dieser Aktion um den Auftakt einer Serie von mittlerweile über 61.000 Steinen in 21 Ländern Europas handelte, die zu einem der bedeutendsten Gedenkprojekte Europas zusammenwuchsen: das Projekt „Stolpersteine“. Mag der 1992 verlegte Stein, der zwar schon „Stolperstein“ genannt wurde, mit den heute bekannten „Stolpersteinen“ nur eine gewisse Ähnlichkeit haben, so zeigte jedoch schon dieser Auftakt ein Muster, das für das spätere Projekt „Stolpersteine“ kennzeichnend werden würde: bürgerschaftliches Engagement auf der einen und Aktion eines einzelnen Künstlers auf der anderen Seite. Innerhalb nur weniger Jahre entwickelte sich hieraus ein Phänomen, das vielfach als „Bürgerbewegung“ bezeichnet wird. Der Künstler selber spricht von einer „Sozialen Skulptur“. Demnig adaptiert hierbei einen Begriff von Joseph Beuys und betont damit zugleich den künstlerischen Ursprung seines/dieses KunstDenkmals. Auch wenn es sich bei dem Projekt „Stolpersteine“ um eine Art partizipatorischer Kunstpraktik handelt, so nähert sich der Begriff „Soziale Skulptur“ den Strukturen des Projektes „Stolpersteine“ nur vage an. Das Phänomen „Stolpersteine“ ist ein Alleinstellungsmerkmal, das es nur schwer vergleichbar macht mit bisher bekannten Formen und Entwicklungen, insbesondere in der Gedenkkultur.

In über 1.000 Städten und Gemeinden in Europa lassen sich mittlerweile über 61.000 „Stolpersteine“ finden. Die Summe der ehrenamtlich in diesem Projekt engagierten Bürger dürfte ohne Zweifel eine fünfstellige Zahl erreichen. Ungezählt sind die Publikationen, Internetauftritte und sonstige Aktivitäten der „Stolperstein“-Initiativen.

Adresse

Kattenbug 18-24
50667 Köln
T +49 221 221 22438, /-24171

kmb@stadt-koeln.de 

Lesesaal im Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
Lesesaal im Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln

Öffnungszeiten

Lesesaal Museum Ludwig: Montag 14 - 21 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 10 - 21 Uhr, Freitag 10 - 18 Uhr. Der Lesesaal im Museum Ludwig ist zusätzlich alle zwei Wochen auch samstags von 11 - 16 Uhr geöffnet.  

Lesesaal Museum für Angewandte Kunst: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 11 - 17 Uhr

Eintritt

Der Eintritt ist frei.

Anfahrt & Verkehrsanbindung

Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn, S-Bahn (vom Flughafen): "Hauptbahnhof"
Bus, U-Bahn, Straßenbahn: "Dom/Hauptbahnhof"
Parkhäuser
Am Dom / Groß St. Martin