Fiona Tan

GAAF

Museum Ludwig

4. Mai bis 11. August 2019

International agierende Künstler*innen entdecken Kölner Archive – das ist die Idee des Residency-Programms „Artist Meets Archive“ der Internationalen Photoszene Köln im Rahmen ihres Festivals 2019. Als Kooperationspartner luden sechs Institutionen je eine*n Künstler*in ein, aus der Sammlung heraus ein Projekt zu entwickeln. Die Institutionen sind, neben dem Museum Ludwig, das Kölnische Stadtmuseum, das Museum für Angewandte Kunst Köln, das Rautenstrauch-Joest-Museum, das Rheinische Bildarchiv und die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur.

Das Museum Ludwig hat die Künstlerin und Filmemacherin Fiona Tan (*1966 in Pekanbaru/ Indonesien, lebt in Amsterdam) eingeladen, eine Ausstellung auf der Grundlage der Sammlung Fotografie des Museums zu entwickeln. Fiona Tans Werk kreist um Fragen von Zeit, Identität und Erinnerung. Das Archiv als Zeitkapsel hat bereits in vergangenen Projekten eine Rolle in ihrer künstlerischen Strategie der Recherche und Klassifikation gespielt.

Ausgangspunkt der Ausstellung Fiona Tan. GAAF ist das Agfacolor Werbearchiv – mehrere tausend 6x6-Farbnegative und Fotografien, aufgenommen zwischen 1952 und 1968. Dieses Archiv bildete für das Unternehmen Agfa einen Fundus für Werbeschriften, Broschüren, Ausstellungen und die Zeitschrift Agfa Photoblätter. Als Tan das nahezu vergessene und seit vierzig Jahren in Kisten verpackt im Depot schlummernde Archiv im Museum Ludwig entdeckte, wuchs ihr Interesse für das Paradox, das in diesen Bildern liegt: Man sieht inszenierte und idealisierte Models, die für Profifotograf*innen posieren, Szenen, die jedoch spontan und authentisch wirken sollen, als seien sie von Amateur*innen aufgenommen. „Diese Aufnahmen lassen mich über Pose, über Künstlichkeit versus Spontaneität und Authentizität nachdenken“, sagt Fiona Tan. Die Künstlerin holt diese Bilder erstmals in einen Ausstellungsraum.

Das niederländische Wort „gaaf“ – ein Anagramm, also eine Neuordnung der Buchstaben von Agfa – bedeutet „astrein“ oder „makellos“. Fiona Tan konzentriert sich in ihrer Auswahl auf das Bild und die Rolle der Frauen, wie sie in diesen Aufnahmen dargestellt sind. Sie macht dabei auf den Kontrast zwischen Ideal und Wirklichkeit aufmerksam, der Wirklichkeit der Wiederaufbaujahre im Nachkriegsdeutschland. Indem sie Fantasie und Realität, Berufs- und Schnappschussfotografie, Farbe und Schwarzweiß einander gegenüberstellt, konfrontiert Tan dieses Werbearchiv mit dokumentarischen Aufnahmen desselben Zeitraums aus der Sammlung des Museum Ludwig – u. a. von Chargesheimer und Heinz Held – sowie mit einer Auswahl ihrer eigenen Werke zum Thema Porträt. Tans Arbeit Vox Populi London (2012) präsentiert den informellen Schnappschuss, ein spielerisches Gruppenporträt einer Metropole, während Tan in Linnaeus’ Flower Clock (1998) über das Wesen der Zeit reflektiert. Die sechsteilige Installation Provenance (2008) stellt die Frage, ob es möglich ist, einen Film in derselben Weise zu betrachten wie ein gemaltes Porträt, wobei sie die Grenze zwischen Bewegung und Ruhe, Fotografie und Film absichtlich aufhebt.

Führung

Fiona Tan. GAAF

Die Fo­to­grafin, Videokün­st­lerin und Filme­macherin Fio­na Tan (*1966 in In­do­ne­sien, lebt in Am­s­ter­dam) wird mit dem Archiv der Ag­fa-Wer­be­abteilung ar­beit­en, das in Kis­ten ver­packt seit vierzig Jahren im De­pot des Mu­se­um Lud­wig sch­lum­mert. Es um­fasst zeh­n­tausende Fo­to­gra­fien, Dias und Neg­a­tive, die seit den 1920er-Jahren ge­sam­melt wur­den. Die Kün­st­lerin in­teressieren insbe­son­dere die Wer­beauf­nah­men mit dem le­g­endären „Ag­fa­col­or“-Film. Der Ti­tel der Auss­tel­lung GAAF – ein Ana­gramm von Ag­fa – heißt im Nied­er­ländischen „makel­los“ und spielt auf die bunte, gestellte Welt der Auf­nah­men an, de­nen die Eu­phorie der Wirtschaftswun­der­jahre anzuse­hen ist.

Für: Erwachsene | Sekundarstufe II |

Dauer: 60 Minuten | Gruppengröße: max. 25 | Preis pauschal: € 75 | ermäßigt € 50 | Schüler € 40 | Wochenende / Feiertag: zzgl. € 10 | Fremdsprache: zzgl. € 10 | zzgl. Eintritt: Erwachsene: 11 Euro, ermäßigt: 7,50 Euro, Gruppen ab 20 Personen: 8 Euro, Schüler: frei |Gruppen parallel möglich: 2

Fremdgruppe

Fiona Tan. GAAF

Auch wenn Sie keine Führung durch den Museumsdienst Köln buchen möchten, müssen alle Gruppen angemeldet werden. Sie sollten Ihre Gruppe hier online anmelden. Sie erhalten daraufhin eine Bestätigung per Mail.

Eintrittskarten kaufen Sie an der Kasse des Museums. Dort erhalten Sie genau die Anzahl der Tickets, die am Besuchstag benötigt wird. Schulklassen sind von der Pauschale befreit.

Die zu zahlende Gruppenpauschale beträgt € 25 

Bitte beachten Sie, daß die Anmeldung Ihrer Gruppe notwendig ist, um Ihnen und den anderen Besuchern einen reibungslosen und genußvollen Ausstellungsbesuch zu ermöglichen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Für: Erwachsene | Sekundarstufe II |

Veranstaltungen

Mi. 17.07.
19:00 Uhr

Film | Museum Ludwig

Die Ehe der Eva Maria Braun, Film von Reiner Werner Fassbinder (1979)

Für: Erwachsene | Von: Museum Ludwig | Preis: € 2,50 | ermäßigt: € 1,50 04.05.2019 - 11.08.2019

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Mi. 07.08.
19:00 Uhr

Film | Museum Ludwig

Finding Vivian Maier, Film von John Maloof und Charlie Siskel (2013)

Für: Erwachsene | Von: Museum Ludwig | Preis: € 2,50 | ermäßigt: € 1,50 04.05.2019 - 11.08.2019

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Öffentliche Führungen

Do. 11.07.
15:00 - 16:00 Uhr

Fiona Tan. GAAF

Für: Senioren | Von: Museumsdienst Köln | Reihe: SeniorenTreff | Treffpunkt: Kasse | Preis: € 2,00 | zzgl. Eintritt | Rahmenprogramm zu: „Fiona Tan“, 04.05.2019 - 11.08.2019

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Adresse

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
T +49 221 221 26165
F +49 221 221 24114
info@museum-ludwig.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 - 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr
Montag geschlossen

an Feiertagen (auch montags!) geöffnet wie sonntags:
Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3. Okt.), Allerheiligen, 2. Weihnachtstag.

montags geschlossen
sowie an Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr.

Eintritt

Eintrittskarten sind den ganzen Tag gültig und berechtigen zum Eintritt in die Sammlungsräume und in alle Sonderausstellungen.

Erwachsene 11 €
Ermäßigt* 7,50 €
Familien 26 €
Gruppen 8 € pro Person (ab 20 Personen) 
Eintritt frei**:
• für Kinder unter 6 Jahren
• in die ständige Sammlung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre (Sonderausstellung = ermäßigter Preis)
• für Geflüchtete + 1 Begleitperson
• für Begleitpersonen von Menschen, deren Schwerbehindertenausweis ein "B" aufweist
*Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre für die Sonderausstellungen, SchülerInnen, StudentInnen, Auszubildende, Wehr- und Ersatzdienstleistende gegen Vorlage eines gültigen Ausweises, Inhab-erInnen des Köln-Passes, Mitglieder des Verband Bildender Künstler, Mitglieder der Internatio-nalen Organisation für Bildende Kunst
**weitere freie Eintritte in die Sammlung + Sonderausstellung: Mitglieder des ICoM (International Council of Museums), InhaberInnen der Künstlerkarte Köln, InhaberInnen der Förderkarte der Museen der Stadt Köln

Am ersten Donnerstag im Monat gilt ab 17 Uhr ein reduzierter Eintrittspreis für die Sammlung und alle Sonderausstellungen von 7,00 €.  

Erleben Sie an diesen Abenden Musik, Film, Kabarett, Lesungen, Künstlergespräche und vieles mehr an unseren Langen Donnerstagen!

Audioguides

Preis 3,00 € für Dauer- und Sonderausstellungen. Kostenfrei von der Homepage des Museums auf PC und IPod herunterzuladen.

Barrierefreiheit

Das Museumsgebäude ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen geeignet. Rollstühle stehen an der Kasse zur Verfügung. Führungen per tourguide für Gäste mit Hörbehinderung. Bitte wenden Sie sich an unser Kassenpersonal.

Museumsshop

Buchhandlung Walther König im Museum Ludwig, Katalogverkauf, Art Shop, Postkarten, Kunstliteratur, T +49-221-2059635, www.buchhandlung-walther-koenig.de

Gastronomie

Ludwig im Museum, Dienstag bis Sonntag 10 - 24 Uhr, Montags Ruhetag, T +49-221.168-75139, www.ludwig-im-museum.de

Anfahrt & Verkehrsanbindung

Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn, S-Bahn (vom Flughafen): "Hauptbahnhof"
Bus, U-Bahn, Straßenbahn: "Dom/Hauptbahnhof"
Parkhäuser
Am Dom / Groß St. Martin