Aktuelle Grabungsfunde im Praetorium
Zur Zeit werden im Praetorium neben der Daueraustellung auch Funde aus den aktuellen Grabungen ausgestellt. Dazu gehören römische und mittelalterliche Funde aus dem Abwasserkanal unter der Budengasse (Grabung 2009) und der Fund des Monats aus der laufenden Grabung auf dem Rathausplatz.
Studioausstellung im Praetorium
Goldschmiede. Neue Funde aus Kölner Werkstätten.
Bei den Ausgrabungen auf dem Rathausplatz während der letzten Jahre kamen auch zahlreiche Werkstattreste des Kölner Goldschmiedehandwerks zutage, das im Mittelalter in ganz Europa berühmt war. Es gab Goldschmiede, Goldschläger (Blattgoldhersteller), Goldspinnerinnen und Goldstickerinnen. Der Goldschmiedegaffel gehörten zeitweise über 100 Meister an, darunter auch Frauen. Im Haus zum Golde ist z.B. um 1300 „Maria Goltslegerrsa" (Goldschlägerin) belegt.
Die kostbaren Produkte der Goldschmiedekunst können heute noch in Museen und Kirchen bewundert werden. Demgegenüber sind zur Technik und zu den Geräten zwar einige Hinweise in Schrift- und Bildquellen überliefert, reale Objekte sind aber außerordentlich selten. Umso aufsehenerregender waren die Kölner Funde - Schmelzöfen, Tiegel, Probiersteine und Glättsteine aus dem 12.-14. Jahrhundert. Besonders spektakulär: der Teil einer goldenen Arkadenfassung wie sie kostbarste Schmuckstücke des 11. und 12. Jahrhunderts aufweisen, und Reste der Ossa-Sepia-Technik, bei der aus dem Rückenschulp des Tintenfisches eine Gussform hergestellt wird. Diese Technik war im Mittelmeerraum noch aus der Antike bekannt. Die Kölner Funde sind das früheste Beispiel für ihre Anwendung nördlich der Alpen.
Sonderführungen
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