11. Januar bis 27. Februar 2007

Ivo Ringe – Malerei

“Ivo Ringes Bilder basieren auf einer Tradition der Farbfeldmalerei, die der Künstler in seiner eigenen Sprache in kontinuierlichem Prozess weiterentwickelt. Es entstehen Werke, die uns primär zum Sehen, zur Veränderung unserer Wahrnehmung verführen wollen, zum Erkennen von Neuem, das eingebunden ist in Vertrautes, in vertraute Kontexte. 
 
Er überlagert Formen und Farben und lässt damit einen dreidimensionalen Raum entstehen, der Tiefe und Dynamik hat. Diese Dynamik, diese Bewegung entsteht nicht als von vorne herein kalkulierter, festgelegte Prozess. Ringe ist kein Konzeptkünstler: Er lässt sich von der Farbe tragen in einem sowohl spontanen wie meditativen Prozess, den er selbst so kommentiert: ‘Ich kreiere, indem ich meinen Willen zurücknehme, ja aufgebe.‘ 

Zunehmend wählt er eine reduzierte Farbpalette und gestaltet damit Räume – direkt auf der Wand oder auf der Leinwand – mit gestischem Farbauftrag, der an einen magischen Vorgang gemahnt. Die Farbformen treten in einer Gesetzmäßigkeit der Proportionen zueinander in Bezug und schaffen eine Welt, die erfüllt ist von vibrierender Farbe. Die gestischen Farbstrukturen überlagern sich und ziehen den Blick der Betrachter in die Tiefe eines komplexen, mehrdimensionalen Raumes. 
 
Ivo Ringes Bilder sammeln den Blick, sind Angebote zur ‚Entdeckung der Langsamkeit‘, sind materialisierte Zeit. Der Künstler spricht von einem ‚Plasma‘, das durch Farben und Formenproportionen kreiert wird.” 

Elisabeth Claus 2005/2006