Kölner Domblatt 2014 - page 27

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zur unterzeichnung des altars der stadtpatrone
kennbar ist und in seiner Form einer spiegelverkehrten Ziffer 4 ähnelt (Abb. 17).
Dieses Symbol ist bekannt, zählt es doch zu einem Kanon von sieben verschie-
denen Kürzeln, die bislang in den Unterzeichnungen von mehreren Gemälden
Stefan Lochners und des Meisters des Heisterbacher Altars festgestellt wurden.
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Zeichen dieser Art markieren die geplanten Farbgebungen von Gewändern, wes-
halb sie in der Regel mehrfach in ein und demselben Werk festzustellen sind. Im
Altar der Stadtpatrone wird jedoch nur ein einziges Farbkürzel mithilfe der In-
frarotreflektografie sichtbar, sodass die Existenz noch weiterer Farbangaben zu
vermuten ist, deren Zeichenmittel durch infrarote Strahlung jedoch nicht lesbar
gemacht werden können.
Kurz und bündig
Der hl. Gereon und die Thebäische Legion auf der rechten Flügelinnenseite
Das Infrarotreflektogramm der rechten Flügelinnenseite macht eine Unterzeich-
nung mit kräftigen, teilweise auffallend breiten Linien sichtbar, die gegenüber der
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Die Sprache des Materials [
2
], S. 79−82.
19.
Rechte Flügelinnenseite, Detail des Mantels
des hl. Gereon, IR-Reflektogramm. Die oft
stumpfen, kantigen oder gar gespaltenen
Strichansätze, die meist kurzen Strichlängen so-
wie der rhythmische Wechsel von dünnen zu
breiten Linien in den Zickzackschraffuren zeu-
gen vom Gebrauch einer kräftigen Kielfeder.
1...,17,18,19,20,21,22,23,24,25,26 28,29,30,31,32,33,34,35,36,37,...63
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