Kölner Domblatt 2014 - page 13

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zur unterzeichnung des altars der stadtpatrone
7.
Linke Flügelaußenseite, Detail des mit Pressbrokat gestalteten Vorhangs im Tafelhintergrund, IR-
Reflektogramm. Unterhalb des Vorhangs werden Unterzeichnungen sichtbar, die das Brokatmuster
weiterzuführen scheinen und so eine flächendeckende Unterzeichnung der Muster und Falten des
Brokatvorhangs vermuten lassen.
mal dieses Zeichners ist ein freihändiger, lockerer und anscheinend schneller Zei-
chenstil, der in der Ausarbeitung der schraffierten Schattenpartien jedoch wenig
Stringenz aufweist. Während die konturierenden Hauptlinien der Motive klar um-
rissen und die Gesichter mit Angaben von Ohren, Lippen, Nasen, Augenbrauen,
Ober-, Unterlid und Iriden detailliert ausformuliert sind, erscheinen die Schraf-
furen der Gewänder wechselhaft und heterogen. Sie variieren von einzeln plat-
zierten, weit auseinanderliegenden, langen Parallelschraffuren wie im Umhang
19
Laut Siejek, Kirsch [
18
], S. 75, haben »die
Zeichenfedern einen merklichen Nachteil […],
da ihre Funktion weitgehend von der Schwer-
kraft abhängig ist und eine waagerechte oder
zumindest gekippte Zeichenunterlage erfor-
dert«. Für die zeichnerische Bearbeitung mit
der Kielfeder mussten die großformatigen Flü-
geltafeln des Altars der Stadtpatrone demnach
in eine entsprechende Position gebracht wor-
den sein.
20
Schulze-Senger beschreibt die Existenz sol-
cher Ritzlinien auch für das Betpult, vgl. Lauer,
Schulze-Senger, Hansmann [
5
], S. 49.
1...,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12 14,15,16,17,18,19,20,21,22,23,...63
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